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A1-Rheinbrücke Leverkusen: So wurde noch keine Brücke in Deutschland verstärkt

A1-Rheinbrücke Leverkusen : So wurde noch keine Brücke in Deutschland verstärkt

Die Arbeiten an den Seilkammern der maroden A1-Rheinbrücke bei Leverkusen gehen in die entscheidende Phase: Die ersten beiden acht Meter langen, ein 1,5 Meter breiten und drei Zentimeter dicken "Bleche" sind Anfang der Woche angeliefert worden, werden jetzt langsam ausgerichtet, um dann verschraubt zu werden. Auf diese Weise ist laut Straßen.NRW bislang noch keine Brücke in Deutschland verstärkt worden.

So sollen die acht Seilkammern der Rheinbrücke stabilisiert werdem. Hier waren Ende Juni neue Risse festgestellt worden, die nicht geschweißt werden können, und die Brücke erneut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt worden. Straßen.NRW hofft, die Sanierungsarbeiten in drei Monaten abschließen zu können.

16 Bleche werden insgesamt in den kommenden Monaten mit 32 Winkelblechen mit Hilfe von 6500 Schrauben fest miteinander verbunden. Auch die Winkelbleche messen acht Meter. Dadurch wird jede Seilkammer um acht Tonnen schwerer, die Brücke insgesamt um 64 Tonnen. Durch den Abbau der Betonschutzwände, die durch Stahlschutzwände ersetzt werden, wurde 500 Tonnen Gewicht eingespart.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt machte sich am Dienstag zusammen mit seinem NRW-Kollegen Michael Groschek (SPD) ein Bild von der maroden Rheinbrücke. Das rund 50 Jahre alte Bauwerk soll bis 2020 durch einen rund eine halbe Milliarde Euro teuren Neubau ersetzt werden, der ab 2023 voll nutzbar sein soll.

Die Seilkammern sind wesentliche Bauteile der Brücke: Hier sind alle Seile verankert. Auch die Risse in den Seilkammern sind auf die stetig gewachsene Verkehrsbelastung in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen. Der Stahl, der damals verbaut wurde, ist den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen und kann wegen seiner Zusammensetzung an diesen neuralgischen Stellen nicht geschweißt werden. In den anderen Bereichen der Brücke finden bereits seit Jahren Schweißarbeiten durch eine Thüringer Firma statt. In Thüringen werden zurzeit auch die großen Stahlplatten produziert und anschließend nach Leverkusen transportiert.

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Die Wochen seit der neuerlichen Gewichtsbeschränkung auf der Brücke im Juni hat Straßen.NRW genutzt, um die Ideen des die Arbeiten begleitenden Expertengremiums zu planen und umzusetzen. Das Gremium setzt sich aus mehreren Brücken-Ingenieuren von Straßen.NRW, aber auch externen Fachleuten zusammen. Sie haben die Idee gehabt, die Seilkammern zu verschrauben. Die Fachwelt blickt wegen dieser erstmals angewandten Methode die nächsten Wochen nach Leverkusen.

Die Seilkammern mussten zunächst sandgestrahlt werden, um unter anderem die Korrosionsschutzschichten zu entfernen und die festgestellten Risse genau zu lokalisieren. Dann waren die Vermesser am Werk, um die genauen Positionen der Bohrlöcher zu ermitteln. Parallel waren während der gesamten Vorbereitungszeit auch die Statiker im Einsatz, um die neue Konstruktion zu berechnen. Sie werden auch das letzte Wort haben, wenn alle acht Seilkammern im Herbst verschraubt sind. Erst dann weiß man, ob die Reparatur gelungen ist und die Gewichtsbeschränkung wieder aufgehoben werden kann. Der Verkehr kann auf jeden Fall während der laufenden Arbeiten auf vier Fahrspuren fließen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dobrindt und Groschek an A1-Rheinbrücke Leverkusen

(irz)