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So feiern die Partnerstädte von Leverkusen Weihnachten

Bräuche und Essen : So feiern die Partnerstädte Weihnachten

Lebkuchen, Spekulatius, Glühwein gehören für die meisten Deutschen zur Weihnachtszeit. Doch wie sieht das in anderen Gegenden der Welt aus?

Karpfen an Heiligabend, die traditionelle Weihnachtsgans am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag, in einigen Familien Würstchen mit Kartoffelsalat, in anderen Raclette. Der Weihnachtsbaum, das gemeinsame Weihnachtssingen und viele andere Traditionen und Bräuche zeichnen das deutsche Weihnachtsfest aus. Doch wie feiern eigentlich die Partnerstädte von Leverkusen in ihren Ländern Weihnachten?

Oulu Die Finnen haben den anderen Ländern dieser Erde etwas voraus, schließlich kommt der Weihnachtsmann aus Finnland. Zumindest behaupten dies die Finnen. Rund 220 Kilometer von Oulu entfernt empfängt er in der finnischen Stadt Rovanicmi Besucher und beantwortet Post.

In Oulu gefriert die Temperatur zur Weihnachtszeit bei um die null Grad. Die Zeit mit Tageslicht schrumpft bis Weihnachten auf dreieinhalb Stunden am Tag. Aufgrund dieser Besonderheit veranstaltet die Partnerstadt Leverkusens jährlich beeindruckende, weltweit bekannte Lichtfestivals.  In Finnland ist die Vorfreude auf Weihnachten jedes Jahr besonders groß. Bereits ab Mitte November feiern die Finnen „Pikkujoulu“, was so viel wie Klein-Weihnachten bedeutet. Auf diesen Feiern wird unter anderem „Glögi“ getrunken (die finnische Variante des Glühweins). Traditionell darf bei keinem Festessen der Weihnachtsschinken (“joulukinkku“) fehlen. Als Beilagen werden verschiedene Aufläufe serviert.

Chinandega Während sich in Oulu mit einem „Hyvää joulua“ eine schöne Weihnacht gewünscht wird, spricht der spanischsprachige Nicaraguaner von einer „Feliz Navidad“. Statt eisiger Temperaturen um null Grad beträgt die Temperatur in Leverkusens Partnerstadt Chinandega für gewöhnlich deutlich mehr als dreißig Grad.

„La noce buena“ (der Heiligabend) unterscheidet sich in Nicaragua nicht großartig vom deutschen Fest. Aufgrund der großen Armut in Chinandega kann allerdings in vielen Familien nicht einmal mehr zu Weihnachten das traditionelle Festessen serviert werden. Statt dem „gallina rellena“ (gefülltes Huhn), gibt es oft nur Mais und Bohnen. Traditionell wird nach dem Essen die heilige Messe besucht. Danach folgt die Bescherung, auch wenn sich die wenigsten Menschen Geschenke leisten können.

Ljubljana In der slowenischen Partnerstadt ist die Nahrungsmittelknappheit kein Thema. Ähnlich wie in Deutschland gibt es Weihnachtsmärkte, Tannenbäume und einen üppig gedeckten Tisch am Weihnachtstag. Traditionell wird Truthahn mit Fladen serviert. Zum Nachtisch gibt es „Potica“ (Nusskuchen).

Bracknell Die Entfernung ist nicht weit, aber dennoch gibt es Unterschiede zwischen der britischen Partnerstadt Bracknell und Leverkusen mit Blick auf das Weihnachtfest. Auf der Insel findet die Bescherung erst am Morgen des 25. Dezember statt. Vor dem Frühstück findet man Strümpfe am Kamin, in denen kleine Geschenke vom Weihnachtsmann sind. Außerdem stammt eine Gepflogenheit, die auch hier in Deutschland gebräuchlicher wird, ursprünglich aus England: Die Mistelzweige, die auf der Insel allerdings nicht nur als Schmuck benutzt werden. Nach britischer Tradition ist es nämlich jedem Mädchen erlaubt, junge Männer, die unter einem Mistelzweig stehen, zu küssen.

Nof Hagalil In einer Partnerstadt feiern die Einwohner jedoch kein Weihnachten. Ausgerechnet dort, wo Jesus von Nazareth seine Kindheit verbrachte, gibt es kein Weihnachtsfest. Im israelischen Nof Hagalil ist der religiöse Hintergrund ein anderer, weshalb selbst Neujahr nach dem jüdischen Kalender nicht im Januar, sondern im September gefeiert wird. Dennoch sind auch in Israel einige vom Weihnachtsfest begeistert und kommen jedes Jahr nach Deutschland und auch nach Leverkusen, um das höchste christliche Fest zu feiern.