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Sinfonieorchester-Musiker treffen in Leverkusen auf neugierige Schüler

Besonderer Musikunterricht an Leverkusener Grundschule : Mit Beethoven und „Dackl“ auf Hausbesuch

Musikunterricht auf ganz praktische Art erlebten jetzt die Viertklässler der Grundschule Kerschensteinerstraße. Drei Musiker des WDR-Sinfonie-Orchesters waren zu Gast, spielten und ließen sich befragen. Auch zur mitgebrachten goldenen Querflöte

„Wie hat Beethoven das nur hinbekommen, wenn er taub war, dass er so gute Musik herstellen konnte?“ Die Frage hatte den Viertklässler offensichtlich schon länger bewegt. Deswegen nutzte er die Gelegenheit, Profimusiker zu befragen. Die ergab sich am Montag, als drei Instrumentalisten des WDR-Sinfonieorchesters in der Gemeinschaftsgrundschule Kerschensteinerstraße zu Gast waren.

Ob ihn die Antwort des Bratschisten Mischa Pfeiffer wohl überzeugte? Der erklärte, Beethovens Gehör sei ja erst allmählich schlechter geworden, sodass er schon eine genaue Vorstellung im Kopf hatte wie seine Musik klingt. Schwer vorstellbar, nicht nur für Viertklässler, die sich übrigens im Unterricht gut auf dieses Kurzkonzert in ihrem Musiksaal vorbereitet hatten. Alle hatten Sterne mit unterschiedlichen europäischen Landesflaggen darauf gebastelt und den Anfang der Europa-Hymne gelernt, sodass sie mitsingen konnten, als das Trio die berühmte Ode an die Freude anstimmte. Dazu wurden die Sterne in einer kleinen Choreografie gedreht und geschwenkt. Eigentlich hat Beethoven den Schluss der Neunten genauso für großes Orchester (mit Sängern) komponiert wie die fünfte Sinfonie, deren – offensichtlich auch den Schülern – bekannten Anfang die kleine Abordnung des WDR ebenfalls in entsprechender Bearbeitung spielte.

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„WDR macht Schule“ heißt das Musikvermittlungsprogramm der Senders, das seit vielen Jahren in die Grundschulen von Köln und Umgebung geht. Die Nachfrage ist regelmäßig groß, sodass es bereits eine Warteliste für die nächste Saison gibt. Nach zweijähriger Corona-Pause war am Montag der Neustart in zwei Leverkusener Schulen. Von Küppersteg fuhren Mischa Pfeiffer, Querflötist Jozef Hamernik und Geiger Cristian-Paul Suvaiala direkt in die GGS Dönhoffstraße, mit der Musik von Ludwig van Beethoven im Gepäck und mit „Dackl“, der witzige moderierende Stoffhund, der allerdings nur eine Videobotschaft schickt. Worüber sich seit Pandemie und Homeschooling-Erfahrung niemand mehr wundert.

Neben Bearbeitungen spielten die Musiker auch ein originales Stück für Triobesetzung, das Beethoven als Hausmusik für drei Brüder komponiert hat. Nach jedem Stück gab es kräftigen Applaus der drei vierten Klassen, erstaunlich viele Schüler spielen selbst ein Instrument. Leise folgten sie dem „Dackl“ und seinen sprechenden Gegenständen auf musikalische Spurensuche im Leben von Ludwig van. Und sie ließen sich den klanglichen Unterschied zwischen Violine und Viola demonstrieren.

Besonders beeindruckt waren einige von Jozef Hamerniks Querflöte, die den Ton so zauberhaft schwingen lässt, weil sie aus purem Gold – 20 Karat – besteht und trotzdem zu den Holzblas-Instrumenten zählt. „Ist die nicht sehr schwer?“, wollte ein Schüler wissen, der sich offensichtlich mit dem Gewicht von Gold auskennt. Glücklicherweise ist sie sehr dünn, wiegt aber ungefähr ein Kilogramm, verriet der Flötist. Außerdem wollten die Kinder wissen, wann man das ganze Sinfonieorchester im Radio hören kann: Fast jeden Freitag um 20.05 Uhr auf dem Klassik-Sender WDR 3 und auf dem eigenen Youtube-Kanal.