1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Serieneinbrecher soll für mehr als vier Jahre ins Gefängnis

Leverkusen : Serieneinbrecher soll für mehr als vier Jahre ins Gefängnis

Eine Freiheitsstrafe zwischen vier Jahren und zehn Monaten beziehungsweise vier Jahren und sechs Monaten erwartet den Angeklagten (50), der sich wegen einer Serie von Wohnungseinbrüchen, begangen vorwiegend im Leverkusener Osten, vor dem Kölner Landgericht verantworten muss.

Das Gesetz lässt einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zu. Im vorliegenden Fall - 28 nachgewiesene Einbrüche in Steinbüchel und der näheren Umgebung - ging die Staatsanwaltschaft nicht von einem minderschweren Fall aus.

Gleichwohl, so argumentierte die Anklagebehörde, könne man die Strafe im unteren Bereich ansiedeln, da sich der Angeklagte geständig zeigte, er in schwierigen Verhältnissen ohne ein eigenes Einkommen gelebt habe und es bei den Einbrüchen zu keinen Konfrontationen mit den Opfern gekommen sei.

Allerdings sprach die Staatsanwaltschaft bei der Vielzahl der Taten auch von einer hohen kriminellen Energie und von gewerbsmäßigem Vorgehen. "Das diente nicht nur der Sicherung des eigenen Lebens." Wenn nach einem Einbruch 2000 Euro mitgenommen würden, hätte der Angeklagte nicht gleich vier Tage später wieder einbrechen müssen. Von den 2000 Euro hätte er seinen Lebensunterhalt über eine längere Zeit bestreiten können.

Auch wurden die psychologischen Folgen bei einigen Opfern zur Sprache gebracht und die allgemein zunehmende Zahl von Einbrüchen: Eine höhere Strafe wäre ein Signal, "ein generalpräventiver Aspekt".

In die finanzielle Bredouille kam der 50-Jährige vor allem nach der Verhaftung seines Sohnes, in dessen Wohnung an der Hermann-Hesse-Straße er gewohnt hatte und von dem er unterstützt worden war. Da er kurz vor Beginn seiner Straftaten nach sechs Jahren Aufenthalt in Serbien in Deutschland als Tourist einreiste, erhielt er keine Arbeitserlaubnis und auch sonst keine staatlichen Leistungen. Eine Versorgung vom Staat erhält er praktisch erst seit dem 16. Juli 2016 als Untersuchungshäftling, demnächst wohl als Strafgefangener.

Eine Strafe, mit der er zudem noch länger zu tun haben wird, ist eine Verletzung an der linken Hand. Diese zog er sich bei der versuchten Flucht an einem Gartenzaun zu, als die Polizei ihn auf frischer Tat erwischte. Die Beamten waren von einem Bewohner benachrichtigt worden. Er befand sich zu dem Zeitpunkt zwar im Urlaub, Überwachungskameras hatten ihn jedoch per Handy alarmiert.

Die Polizei hat die Vermutung, dass der Angeklagte noch wesentlich mehr Einbrüche begangen haben könnte, die man ihm allerdings nicht gerichtsverwertbar beweisen kann. Der Verteidiger wich mit seinem Antrag von vier Jahren und sechs Monaten nur unwesentlich vom Vorschlag der Staatsanwaltschaft ab, weil auch er erkannt hatte, dass die Beweislage dank der vielen positiven DNA-Vergleiche erdrückend war. Das Urteil soll am kommenden Montag verkündet werden.

(RP)