Sekundarschule in Quettingen macht beim Projekt Vielfalt fördern mit

Individuelle Förderung : Sekundarschule geht neue Wege

Individueller Unterricht soll Schüler motivieren und Potenzial aufzeigen.

An der vor vier Jahren umstrukturierten und modernisierten Sekundarschule in Quettingen läuft der Unterricht ein wenig anders als an anderen Schulen. Schüler werden individuell gefördert, können sich die Schwere ihrer Aufgaben in Absprache mit dem Lehrer selbst aussuchen. Eine Plakette macht seit Montag im Foyer der Schule auf das Projekt „Vielfalt fördern“ aufmerksam. So sieht jeder, wie der Unterricht abläuft. Das Kollegium und die Schüler jedenfalls sind begeistert und glauben an die etwas anderen Schulstunden, in denen sich Lehrer und Schüler über die jeweilige Schwierigkeit absprechen. Vier Stufen, die auch Anker genannt werden, gibt es. Eins steht dabei für leichte Aufgaben, vier entspricht gymnasialer Anforderung.

„Wir ermutigen die Schüler natürlich immer, eine Stufe schwieriger zu wählen“, berichtete Schulleiterin Carola Becker. Bis in die neunte Klasse hinein sei Sitzenbleiben erst gar nicht möglich. Die Schüler jedoch seien durch eventuell fehlenden Druck keineswegs unmotiviert. „Das ist wie in jeder anderen Schule auch.“

Die weiße Plakette, die auf das Projekt „Vielfalt fördern“ hinweist, hängt also nun seit Montag im Foyer der Quettinger Schule. Mit großem Tamtam war das unscheinbare Schild übergeben worden. Oberbürgermeister Uwe Richrath fand lobende Worte für diese Art des Unterrichts. Bisher habe er persönlich einen solchen Ansatz nur in Finnland kennengelernt.

Der Stadtchef selbst hatte einst in der Schulzeit erfahren, wie spät Kinder zünden können. „Mein Grunschulzeugnis war eine Katastrophe – echt eine Katastrophe“, erzählte er. Erst in der siebten Klasse in Rheindorf habe er sein Potenzial entdeckt. Oftmals sei er erst gegen 19 Uhr nach Hause gegangen. Ob das nun auf den Großteil der Schüler in Quettingen zutrifft, darf bezweifelt werden. Gleichwohl kann sich die Schülerschaft glücklich schätzen auf eine solch „interaktive Schule“ zu gehen, so Richrath.

Nach zweijähriger Organisations- und Lernphase unterzeichnete die Schule 2017 den Kooperationsvertrag für das Projekt.  Nun gilt es, das Erlernte in die Tat umzusetzen. Das stellt die Schule jeden Tag vor eine Herausforderung. Eben weil laut  Mutter Silke Heskamp die Bandbreite an Schülern größer ist als zum Beispiel am Gymnasium.

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