Seife selbst machen in Leverkusen

Serie: Mein Laden : Naturdüfte aus der Seifenküche

Birgit Bätz hat ihren Laden nach einem Umzug vergrößert. Seifen, Wolle, Schmuck – breites Angebot im Landhausstil.

Wer den Laden von Birgit Bätz betritt, weiß zunächst gar nicht, wo er hinschauen soll. Auf den Tischen, in den Schränken und Regalen im Landhausstil stehen und liegen so viele anregend drappierte Dinge, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Oder ob er einfach nur seiner Nase folgen soll. Doch auch das wird schwer, denn die Gerüche, die sich im Laden ausbreiten, sind ebenso vielfältig, als wären sie von einer Frühlingswiese eingefangen.

„Rosenzuber – Feines und Handgemachtes“ heißt das Geschäft an der Birkenbergstraße, das eigentlich gar kein neues ist. Die Inhaberin ist lediglich 150 Meter weiter Richtung Fußgängerzone gezogen, als sich ihr die Gelegenheit bot. Das Ladenlokal  des früheren Lampengeschäfts „Die Leuchte“ war freigeworden, und Birgit Bätz brauchte nicht lange zu überlegen. Sie griff zu. „Der Laden ist größer, liegt günstiger durch seine Nähe zur Fußgängerzone, und ich kann hier Workshops zu meinen selbst gemachten Seifen anbieten“, nennt sie die Gründe für den Umzug.

Auch selbst gemachten Schmuck und Wohnaccessoires gibt es. Foto: Bernd Bussang

Selbstgemachte Seifen? Wie kommt man auf so etwas? Birgit Bätz hat viele Jahre als Stewardess gearbeitet, bevor sie die Geschäftsidee hatte. „Ich habe immer viel gebacken und gerne im Garten gearbeitet“, berichtet sie. In einer Gartenzeitschrift stieß sie auf die „Alte Handwerkskunst des Seifensiedens“. „Erst habe ich das privat gemacht, dann bin ich den gewerblichen Weg gegangen.“ Ihre Siedeküche wurde amtlich abgenommen, die Rezepte im Labor bewertet, bevor sie im Geschäft verkauft werden durften.

Naturwolle und selbst gefertigte Strickwaren sind im Laden von Bätz erhältlich, der im Landhausstil  eingerichtet ist. Foto: Bernd Bussang

Das ist fünf Jahre her, inzwischen ist die 56-Jährige soweit, dass sie ihre Kenntnisse auch an andere weitergeben möchte. Das Ergebnis duftet betörend aus den Regalen: Selbst gemachte Mandelseife, Kaffeeseife, Ziegenmilchseife, Haar­seife, Soleseife und Badesalze hat sie unter anderem in Angebot.  Aber auch Kosmetika wie Deocreme, Lippenbalsam, Sheasahne und Fußbutter gehören dazu. Alle haben eines gemeinsam: „Das ist reine Naturkosmetik ohne Chemie und Konservierungsstoffe“, sagt die Opladener Geschäftsfrau. Und: „Wir wollen Plastikverpackungen und somit unnötigen Müll vermeiden.“

Damit bedient sie einen aktuellen Trend zu mehr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. „Das Interesse daran ist groß“, sagt sie. Dazu passen auch die selbst gestrickten Mützen, Pullover, Einkaufstaschen, Badematten und Topflappen, die sie im hinteren Teil des Ladens anbietet – ebenso wie reine Naturwolle zum Selbststricken. „Ich stricke immer, wenn ich Zeit habe, auch im Laden selbst, denn so komme ich mit den Kunden ins Gespräch.“

Neben den Naturprodukten verkauft sie auch Accessoires, Tees, Tassen, Geschirr  und Kleinmöbel im Vintage-/Landhaus-Stil und selbst gemachten Schmuck. Überwiegend kommen Frauen, die Männer fast nur in deren Auftrag mit Einkaufszetteln. „Zuletzt waren aber auch zwei Männer hier, die sich für die Seifenkurse interessierten“, sagt Birgit Bätz mit einem anerkennenden Lächeln.                           

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