Appell in der "Lachenden Fußgängerzone": "Seid lieb zu den Sicherheitskräften"

Appell in der "Lachenden Fußgängerzone": "Seid lieb zu den Sicherheitskräften"

Bei der "LaFuZo" gab es jede Menge Spaß, aber auch Kritik am hemmungslosen Verhalten vieler Jugendlicher.

Jet zo luure, jet zo schunkele und etwas zum Nachdenken - der offizielle Opladener Start in den Straßenkarneval bot am Samstag eine bunte Mischung rund um das Brauchtum. Über eines konnten die Karnevalsgesellschaften und Prinz Matze I. samt Gefolge froh sein: Die "Lachende Fußgängerzone" Opladen (LaFuZo) fand im geheizten Festzelt auf dem Marktplatz statt. Eine Wohltat, bei dem gruseligen Nieselregen und den vereinzelten Schneeschauern.

Während die Tanzgarden die Zeltbesucher erfreuten, analysierten im benachbarten Café einige Zeitungsleser die polizeiliche Weiberfastnachts-Statistik von Schlebusch. Die Zahl der stark betrunkenen Jugendlichen löste Kritik an ihrem immer hemmungsloseren Verhalten zu Karneval aus. Auch dass der Malteser Hilfsdienst eine große Sanitätsstation auf der Bergischen Landstraße nahe der Einkaufszone aufbauen und dass die Polizei mit Dutzenden Beamten den ganzen Tag das Treiben am Lindenplatz (Eingang Fußgängerzone) "sichern" musste, empörte.

Diese Art der Betreuung bekommt übrigens Schlebusch an Wieverfastelovend seit Jahren exklusiv. "Haben wir nicht auch in unserer Jugend gesoffen? Alles nicht so schlimm", lauteten dagegen Kommentare im Internet. Wenn diese Leute allerdings gesehen hätten, wie etliche Jugendliche beispielsweise vor die Eingangstür einer Arztpraxis im Schlebuscher Dorf urinierten oder gleich nebenan ihren Mageninhalt an einer Tür ausspuckten, wie wäre wohl dann das Meinungsbild gewesen?

Oberbürgermeister Uwe Richrath sprach das Thema auf der LaFuZo-Bühne an: "Ich war an Weiberfastnacht in Schlebusch. Da lief genau das Gegenteil von dem ab, was Karneval ausmacht", sagte der Politiker und Chef der Leverkusener Stadtverwaltung, die übrigens mit mehreren Teams des Ordnungsamtes und des Jugendamtes vor Ort war. Richrath appellierte an die Fans des Karnevals: "Haltet den Alkohol unter Kontrolle. Und seid lieb zu den Sicherheitskräften." Prinz Matze I. warb darum: "Lasst uns Liedchen singen, schunkeln, Lachen und Spaß haben. Das ist Karneval."

Dann aber durften die Tanzgarden der Opladener Karnevalsgesellschaften ihr Können zeigen. Vom Vierjährigen bis zur Seniorenabteilung stand alles auf der Bühne, was sich zu Märschen wie "Alte Kameraden" oder Elvis Presley-Schlagern ("Love me tender") gekonnt bewegen kann. Super. Die vielen Eltern, Großeltern und Freunde der Gesellschaften hatten große Freude. Unter die Zuschauer mischte sich zeitweilig auch Stadtdechant Heinz-Peter Teller (jecker Spitzname: "Weihrauchs Pitter"). Eines steht fest: Wer die sehenswerten Leistungen der Tanzcorps mal aus der Nähe genießen will, für den muss die "LaFuZo" ein Pflichttermin sein.

Apropos sehen: Zu sehen gab es bei LaFuZo auch diesen Hingucker: Altstadtfunke Peter Gollan rollte stolz wie Oskar mit seinem Holzpferd (hatte er beim Funkenappell verleihen bekommen) durch die Fußgängerzone und das Festzelt. "Ich bin der heimliche Prinz von Opladen", kommentierte Pitter nach seinem "Triumphzug".

Dieses hölzerne Funkenmitglied, also das Pferd, und sein Reiter entwickeln sich schon zu einer eigenen Programmnummer, zumal sich im Pferdebauch kölsche Flüssigkeit zapfbereit transportieren lässt.

Wer das auch mal sehen will, sollte heute zum Rosenmontagszug in Opladen kommen: "Pitter" un sin Päd rollen nämlich auch im Zoch mit.

(US)