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Leverkusen: "Schwiegersohn" erbeutet fünfstellige Summe

Leverkusen : "Schwiegersohn" erbeutet fünfstellige Summe

Einem besonders perfiden Enkeltrick ist am Dienstag eine ältere Dame in Opladen zum Opfer gefallen. Ein vermeintlicher Schwiegersohn brachte sie dazu, ihm einen hohen fünfstelligen Geldbetrag zukommen zu lassen.

Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang leicht erkältet. Das machte sie so glaubwürdig, weil nicht 100-prozentig erkennbar. Und daher kam die ältere Dame in Opladen zunächst auch gar nicht auf die Idee, es könne nicht ihr Schwiegersohn sein, der sich da am anderen Ende der Leitung meldete.

Das kostete sie einen hohen fünfstelligen Betrag, denn der Anrufer war nicht näher mit ihr verwandt, als die Polizeibeamten, denen die Opladenerin später schilderte, wie sie dem Enkeltrick-Betrüger aufgesessen war.

Der Mann hatte ihrer Schilderung zufolge am späteren Vormittag angerufen und sich zunächst einmal ausgiebig nach ihrem Befinden erkundigt. Dann rückte er mit seinem "Anliegen" heraus. Er sei gerade bei einem Notar, um eine Eigentumswohnung zu kaufen, habe aber nur etwa eine knappe Stunde Zeit, das Geld dafür aufzutreiben, sonst werde die Wohnung versteigert.

Die ältere Dame wunderte sich zwar, "warum er so außer Atem war", schob das aber auf die Aufregung über die Wohnung. Wie viel Geld er denn benötige, fragte sie und erhielt als Antwort einen hohen fünfstelligen Geldbetrag genannt.

"Er sagte, er habe das Geld, komme aber nicht so schnell an sein Konto ran und werde mir den Betrag per Eilauftrag zurücküberweisen", sagte die Opladenerin, die das endgültig überzeugte. Sie ging zu ihrer Bank und hob das Geld ab.

Kaum zurückgekehrt, meldete sich der "Schwiegersohn" erneut und kündigte an, die Sekretärin des Notars, die in Opladen wohne, habe sich bereiterklärt, die Summe abzuholen. Man traf sich vor der Haustür: Eine gepflegte Frau in den Vierzigern mit dunklen, zurückgebundenen Haaren — so beschrieb die Seniorin die angebliche Notarsgehilfin später. Sie sei auch gut gekleidet gewesen, habe eine dunkle, qualitativ hochwertige Jacke getragen.

Die Nationalität habe sich nicht erkennen lassen, es habe sich aber vermutlich um eine Deutsche gehandelt, berichtete das Opfer. Als der "Schwiegersohn" wenig später noch einmal anrief und fragte, ob die ältere Dame denn nicht noch Gold, Bargeld odere Wertsachen habe, er benötige noch mehr, wurde diese stutzig. Sie rief unangekündigt in dessen Büro an — und hatte ihren wirklichen Schwiegersohn am Apparat, der von einem Wohnungskauf oder einem Notar naturgemäß nichts wusste.

Die Opladenerin rief die Polizei und vereinbarte wenig später sogar noch ein Treffen mit den Betrügern. Doch die tauchten nicht mehr auf.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang allen, die ähnliche Anrufe bekommen:

- Heben Sie aus Anlass irgendwelcher Anrufe niemals Geld von Ihrem Konto oder Sparbuch ab.

- Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen.

- Geben Sie keine Auskünfte über Ihre Ersparnisse.

- Bewahren Sie keine großen Geldbeträge zu Hause auf.

- Bestehen Sie auf einer persönlichen Kontaktaufnahme.

- Nennen Sie keine Namen Ihrer wirklichen Enkel oder Verwandten.

- Informieren Sie sich über die wirkliche Notlage eines Verwandten bei Ihren Kindern oder in der Verwandtschaft.

Informieren Sie umgehend die Polizei unter Notruf 110.

(RP)