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Leverkusen: Schulübergreifendes Theaterschauspiel

Leverkusen : Schulübergreifendes Theaterschauspiel

Schüler der Comeniusschule und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums studieren gemeinsam ein Theaterstück ein.

Der breite Schnauzbart löst sich immer wieder an der linken Seite. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die das Publikum ebenso ablenken wie Simon Heesen, den diese Maske zum dichtenden Dorfschullehrer macht. Teile seines Textes bleiben im losen Bart stecken, und er hat viel Text in der Hauptrolle des "ergreifenden Schauspiels" mit dem Titel "Peter Squentz oder Der König kommt". Aber noch ist Probe, und bis zu den Aufführungen in der nächsten Woche bleibt noch Zeit für Korrekturen. Einige müssen Texte wiederholen, die über Karneval irgendwie vergessen wurden, andere deutlicher und lauter sprechen.

Das mahnten jedenfalls die Schüler an, die gestern schon mal Probenpublikum waren bei der ersten und letzten Gesamtprobe in der Aula der Comeniusschule. Die stellvertretende Schulleiterin Ursula Smiatek-Höffken hatte bewusst die Parallelklasse der Schauspieler dazu geholt, um eine richtige Aufführungssituation zu schaffen, in der man testen kann, an welchen Stellen das Publikum lacht.

Bisher wurde einmal pro Woche im Theaterkeller des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums geprobt, denn die Aufführung der Komödie mit Anleihen bei Shakespeares Sommernachtstraum ist ein Gemeinschaftsprojekt zweier Schulen und Schulformen sowie unterschiedlicher Altersstufen. Die Leitung hat Werner Schäning inne, ehemals vom-Stein-Lehrer, der im arbeitsfreien Teil der Altersteilzeit viel Zeit für seine liebste Tätigkeit hat: Theaterspielen mit Kindern und Jugendlichen. Kleine Pannen und Hänger können den Pädagogen nicht aus der Ruhe zu bringen. Wichtiger als das möglichst perfekte Endergebnis sind für ihn der Weg dorthin und alles, was man dabei lernen kann. "Die Zusammenarbeit war wirklich gut, es gab nie Schwierigkeiten untereinander", beschreibt Annika Lindner die Proben mit der Achter-Klasse der Förderschule. Sie besucht die siebte Klasse des Gymnasiums und blieb gestern im Prinzessinnenkostüm im Hintergrund.

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"Königin" Henrike Ehlke, die bei Zwischenmusiken im Tanzschritt der Renaissance schreitet, hat bereits Bühnenerfahrung im Kellertheater von Werner Schäning gesammelt, die meisten Mitwirkenden aber schlüpfen erstmals vor Publikum in eine Rolle. Für diesen Mut schon ist ihnen die Bewunderung der Mitschüler sicher. Dass Theaterspielen aber keine verbissen ernste Sache sein muss und in jedem Menschen ein potenzieller Schauspieler steckt, vermittelt auch das Stück selbst. Da schlüpfen simple Handwerker in die Rollen, die ein Dorflehrer in geistigen Höhenflügen erdacht hat, vor adeligem Publikum.

(mkl)