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Schuldnerberater rechnen mit steigenden Fallzahlen in Leverkusen

Gesundheitsausschuss Leverkusen : Schuldnerberater rechnen mit steigenden Fallzahlen

Die Anzahl der Beratungen in Leverkusen bleiben im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich noch nicht in den Zahlen niedergeschlagen. Durch eine Gesetzesreform gebe es einen Rückstau an Fällen, der abgearbeitet wird.

 Eines, und das betonte Klaus Meier ausdrücklich, ist für die Schuldnerberatungsstellen Leverkusen (Träger sind  Awo, Diakonie und SkM) deutlich: Steigende Fallzahlen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind noch nicht erkennbar. Das trugen Meier und sein Kollege Thomas Raddatz am Montag im Ausschuss für Gesundheit und Soziales im Terrassensaal im Forum vor.

Demnach blieb die Anzahl der Beratungen in Leverkusen im Jahr 2019 zum Vorjahr in etwa gleich. 947 Menschen (2018: 951) benötigten Hilfe. Etwas mehr als 700 Kinder lebten in den betroffenen Familien. Von 321 Beratungen konnten allerdings nur 148 erfolgreich abgeschlossen werden.

Das liege an einer Gesetzesreform, nach der  das Insolvenzverfahren nur noch drei Jahre dauern soll. Der Bundestag berät am 9. September über den Entwurf. So raten die Stellen ihren Klienten, die mögliche Änderung abzuwarten. „Das führt natürlich zu einem Rückstau, den wir abarbeiten müssen“, sagte Meier.

Dessen Kollege Thomas Raddatz erläuterte, anhand der Fallzahlen könne die Corona-Pandemie bisher nur „in Ansätzen“ erkannt werden. Die Experten rechnen jedoch damit, dass sich die Krise statistisch in den kommenden Monaten auch bei den Schuldnerberatungen auswirken wird.

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Größter Faktor für die Verschuldung der Menschen sei Arbeitslosigkeit – gefolgt von Sucht und Krankheit (seit 2012 kontinuierlich gestiegen).  Nahezu die Hälfte der Hilfesuchenden erhalten Arbeitslosengeld II. Leverkusen ist im bundesweiten Ranking auf Platz 338 von 401 Städten und Kreisen. Besonders betroffen seien Wiesdorf und Teile von Manfort.

Unterdessen versucht die Verwaltung während der Pandemie, den Status quo unter den Bürgern zu bestimmen. Das soll laut Dezernent Alexander Lünenbach durch eine Sozialanalyse in Form eines Workshops am 22. September im Forum geschehen. Hierzu soll sich die Verwaltung mit Vertretern von bürgernahen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen in Kleingruppen austauschen. Lünenbach betonte dazu: „Es geht nicht nur darum, die Wirtschaft wieder aufzubauen, sondern auch die soziale Infrastruktur wiederzubeleben.“

Zudem einigte sich der Ausschuss darauf, die Verwaltung solle auf Antrag von OP Plus prüfen, an welchen Orten in der Stadt öffentliche Defibrillatoren fehlten. Laut der Stellungnahme der Verwaltung seien die Geräte zwar durch Laien bedienbar, eine geschulte Person könne sie jedoch effektiver nutzen. Es handele sich nur um eine der möglichen Rettungsmaßnahmen.