Leverkusen: Schüler lesen um die Wette

Leverkusen: Schüler lesen um die Wette

Der elfjährige Alwin Pawlowski-Salm vom Werner-Heisenberg-Gymnasium ist der beste Vorleser aus Leverkusen.

Mehr als zwei Stunden währte die Anspannung, dann stand der Stadtsieger des Vorlesewettbewerbs 2018 fest. Bereits im Herbst hatten rund 7.500 Schulen bundesweit ihre besten Vorleser gekürt. Am Dienstag lieferten sich zehn starke Vorleser aus den jeweils sechsten Klassen von drei Leverkusener Realschulen, zwei Gesamtschulen, Marienschule, Landrat-Lucas-, Werner-Heisenberg-, Freiherr-vom-Stein- und Lise-Meitner-Gymnasium einen heftigen, aber fairen Wettstreit.

Zum ersten Mal war das Landrat-Lucas-Gymnasium der Gastgeber für die Veranstaltung, die von Hella Haubenreiser, Fachlehrerin für Deutsch und Französisch, organisiert wurde. Jeweils drei Minuten durften Schüler den Text eines eigenen Buches lesen, gefolgt zwei Minuten aus dem Text eines unbekannten Buches, in diesem Fall "Feo und die Wölfe". Dabei wurden Kriterien wie sicheres und flüssiges Vorlesen, deutliche und gut verständliche Aussprache oder angemessenes Tempo und sinnvolle Betonung von einer sechsköpfigen Jury bewertet.

Zu der gehörte erstmals auch der städtische Vorjahressieger Benedikt Platzer. Außerdem dabei waren Agid Jumpertz (Stadtbibliothek Leverkusen), Michael Schreckenberg (Schriftsteller und Drehbuchautor), Heike Noworzyn (Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung) sowie Gabi Knops-Feiler (Rheinische Post) und Stefanie Schmidt (Leverkusener Anzeiger).

Nach der zweiten Runde verschob sich das Urteil, das sich die Jury über die Vorlesefähigkeit der Kinder gebildet hatte. Dennoch waren sich alle einig. Und so erhielt am Ende der elfjährige Alwin Pawlowski-Salm vom Werner-Heisenberg-Gymnasium die meisten Punkte. Der Junge strahlte stolz. Mutter Kira Salm - eine von rund 30 Gästen - war nahezu sprachlos. "Der helle Wahnsinn", jubelte sie und schilderte: "Alwin liest total viel und schreibt dazu sogar eigene Geschichten."

Mit leichtem Abstand unterlagen die Zweit- und Drittplatzierten. Alle zehn Mitwirkenden erhielten eine Urkunde und das Buch "Feo und die Wölfe" als Geschenk. Der Sieger erhielt ein zusätzliches Buch und die Einladung zur nächsthöheren Runde, dem Bezirksentscheid. Beweist Alwin dort erneut sein Können, winken der Landes- und am Ende vielleicht der Bundesentscheid, der im Juni in Berlin ausgetragen wird. Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 vom Deutschen Buchhandel ausgerichtet. Er soll unter anderem Aufmerksamkeit für das Buch als Kulturgut erregen, Leselust wecken und Lesekompetenz von Kindern stärken. Mehr als 700.000 Kinder aller Schularten beteiligen sich jährlich an der Auseinandersetzung.

(gkf)