Schüler fordern den Klimanotstand für Leverkusen

Rat entscheidet am Montag : Schüler fordern den Klimanotstand

Kommenden Montag entscheidet der Rat über den Antrag der Leverkusener Ortsgruppe Fridays for Future.

Als erste Großstadt in NRW hat Münster vor gut  einem Monat den Klimanotstand ausgerufen. Leverkusen könnte am kommenden Montag folgen. Denn dann diskutiert der Stadtrat über einen entsprechenden Bürgerantrag der Leverkusener Ortsgruppe der Schülerorganisation Fridays for Future. Den haben Schüler im Naturgut jetzt an Oberbürgermeister Uwe Richrath übergeben. „Der Klimanotstand  stellt die Umwelt bei allen Entscheidungen an oberste Stelle, so dass der Stadtrat bei jeder Entscheidung überlegen muss, welche Folgen es fir die Umwelt gibt“, erläutert Falko Schröder, Sprecher von Fridays for Future Leverkusen. „Der Klimanotstand ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, da er das Umweltbewusstsein in mehr Entscheidungen bringt, angefangen auf lokaler und regionaler Ebene.“ Im Antrag heißt es: „Gerade in Leverkusen, das durch zahlreiche Verkehrswege geprägt ist, bietet sich mit der Gestaltung nachhaltiger Mobiltiätskonzepte die Chance, sich an festen Klimaschutzzielen zu orientieren. Auch müssen wir auf Veränderungen unserer Umwelt gefasst sein, extreme Pegelstände des Rheins werden sich häufen, das Klima in den Stadtzentren wird sich erhitzen,  Flora und Fauna werden sich ändern. Diesen Umständen  müssen wir Rechnung tragen und Klimaschutz sowie heimische Wirtschaft miteinander vereinbaren.“

 Die Schülerorganisation hat für den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden am heutigen Donnerstag, auf dessen Tagesordnung der Bürgerantrag schon gesetzt wurde, und für die Ratssitzung am  Montag Rederecht beantragt.

Hans-Martin Kochanek vom Naturgut Ophoven war beim Termin dabei und lobt: „Es ist schön zu sehen, dass die Jugend sich für ihre Zukunft einsetzt. Und man merkt, dass sie sich mit dem Thema Klima intensiv beschäftigt haben. Das ist nicht nur mal eben so.“  Die engagierten Jugendlichen  könnten  sehr gut differenzieren, was an Aktionen sinnvoll ist und was nicht. „Beispiel Öko-Shirt. Klar, es könnten alle eines kaufen. Aber Jugendliche haben dazu nicht unbedingt das Geld. Also ist es besser, die Entscheider dazu zu motivieren dafür zu sorgen, dass solche Shirts Standard werden“, sagt Kochanek.

Und der Nutgut-Leiter fügt an: „Wir haben, um etwas zu erreichen, nur noch fünf bis zehn Jahre Zeit. Sonst wird das, was wir derzeit draußen erleben, Standard – und zwar am untere Ende.“

Oberbürgermeister Uwe Richrath nahm den Antrag entgegen und betonte, dasThema Klimaschutz liege ihm sehr am Herzen, er wolle den Antrag gern unterstützen und hoffe, dass er in der Politik eine Mehrheit dafür findet. Die Schüler versprachen, für den Antrag noch einmal Werbung zu machen, die hoffentlich bis in die Politik gehört werde.

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