Leverkusen: Schonende Eingriffe bei Rückenleiden

Leverkusen : Schonende Eingriffe bei Rückenleiden

Eine neue Kooperation soll die Mikrotherapie des Grönemeyer-Instituts auch in den "Med 360°"-Praxen ermöglichen.

Leßmann und Grönemeyer kooperieren - das kann man als rein wirtschaftliche Nachricht verstehen: Zwei medizinische Unternehmen bündeln ihre Kräfte. Punkt. Aber im Falle Grönemeyer und Leßmann muss man das Thema auch von der medizinischen Seite beleuchten. Das Unternehmen "Med 360°" mit Dr. Winfried Leßmann an der Spitze ist im Rheinland der größte Radiologie-Dienstleister. Professor Dietrich Grönemeyer in Bochum gilt seit Jahren als "Rückenpapst".

Wie funktioniert die Kooperation praktisch? Müssen Patienten bis nach Bochum?

Foto: Endermann Andreas

"Es ist im Sinne unserer Patienten, dass wir das Versorgungsnetz so engmaschig wie möglich knüpfen", sagen Leßmann und Grönemeyer übereinstimmend. "Die aktuellen und geplanten Standorte in NRW garantieren eine wohnortnahe Versorgung in den Bereichen Diagnostik und Therapie." Die Unternehmen planen, die im Grönemeyer-Institut entwickelten mikrotherapeutischen Behandlungsverfahren auch in Leverkusen und Köln anzubieten. "Die Mitarbeiter der Med 360° und des Grönemeyer-Instituts stehen bereits seit geraumer Zeit in einem intensiven fachlichen Austausch", berichtet Marion Bassfeld, Sprecherin von Med 360°. So sei es gerade zu einem Kompetenzaufbau in der Mikrotherapie bei Med 360° gekommen.

Welche Leiden können behandelt werden?

Foto: Miserius Uwe

Hauptsächlich schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates, heißt es von Med 360° und Grönemeyer-Institut. "Die Mikrotherapie ist eine Form der minimalinvasiven Intervention. Dabei werden mit Hilfe bildgebender Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) Mikroinstrumente - zum Beispiel Sonden - zur Therapie hochpräzise gesteuert", erläutert Marion Bassfeld. Die Expertise der Grönemeyer-Medizin liege vor allem in der Behandlung von Rückenbeschwerden. Sie könne aber auch bei anderen schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.

Wer kann sich an die Kooperation wenden? Wer überweist den Patienten? Übernimmt die Kasse für derlei Eingriffe die Kosten?

In der Regel bringen die Patienten eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt mit. Aber: "Natürlich gibt es auch Patienten, die sich direkt an uns wenden", erzählt Bassfeld. "Es ist aber hervorzuheben, dass vor einer etwaigen Mikrotherapie immer erst eine gründliche klinische Untersuchung mit entsprechender Diagnostik erforderlich ist."

Bisher wurden im Bochumer Institut von Grönemeyer "ausschließlich Patienten behandelt, die diese Therapie entweder selber bezahlt haben oder für die von der Krankenkasse eine Kostenübernahme bewilligt wurde. Die Mikrotherapie ist in der von uns angebotenen Form bisher keine allgemeine Kassenleistung."

Rückenbeschwerden stellten aktuell die häufigste Ursache für Langzeiterkrankungen dar. Leßmann und Grönemeyer wollen mit der Kooperation den Zeitraum zwischen Auftreten von Beschwerden und Beginn einer Therapie dadurch verkürzen, "dass klinische Untersuchungen und radiologische Diagnostik zeitlich eng aufeinanderfolgend durchgeführt werden und sich dann umgehend - wenn erforderlich und sinnvoll - die Mikrotherapie anschließt", erläutern sie. So soll es möglich sein, Patienten deutlich schneller wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern.

Was muss man sich unter einem minimalinvasiven Eingriff vorstellen? Und welche Vorteile sind damit verbunden?

"In der Regel werden dünne Hohlnadeln oder Miniatursonden in den Körper eingeführt. Dies erfolgt unter Bildsteuerung mittels CT oder MRT, so dass man sich immer den kürzesten und für den Patienten am wenigsten belastenden Weg zu der Stelle im Körper suchen kann, die die Ursache der jeweiligen Schmerzsymptomatik ist", erläutert die Unternehmenssprecherin.

Der Vorteil liege in der Kombination der bildgeführten Steuerung und sehr kleinen Instrumenten, die punktgenau an den Ort des Geschehens geführt werden können. "Je weniger gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird, desto schonender ist der Eingriff für den Patienten", betont Marion Bassfeld.

(RP)