Leverkusen: Schneller Einsatz aus der Luft

Leverkusen: Schneller Einsatz aus der Luft

Vom Hubschrauber aufs Schiff: Das Spezialsondereinsatzkommando wählte Leverkusen als Trainingsort für einen Teil seiner Übungen. Am Dienstag stand das so genannte ”Fast-Roping” auf dem Programm von 30 Beamten.

Zwei Hubschrauber der Polizei-Fliegerstaffel kreisen in Nähe der Autobahnbrücke bei Wiesdorf über dem Rhein. Hinter der "Jan von Werth” der KD (Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt) folgen dicht zwei Schnellboote. Über dem Schiff verharrt der Polizeihubschrauber so lange bis sich blitzschnell acht Einsatzkräfte über ein dickes Seil heruntergelassen haben. Nicht einmal anderthalb Minuten dauert dieser Übergriff auf das Binnenschiff.

Gefährliches Abseilmannöver

Bedrohungssituationen auf dem Wasser gibt es viele, doch in diesem Fall handelt es sich um ein erfundenes Szenario. Die Spezialeinheit der Polizei NRW absolvierte gestern ein Training mit 30 Kräften des Sonderspezialeinsatzkommandos aus den Städten Köln, Bielefeld und Münster. Besonders geübt wurde dabei das so genannte "Fast-Roping”, das schnelle Abseilen aus der Luft auf einen sicheren Untergrund ­- in diesem Fall auf das Personenschiff. Schnelligkeit ist dabei besonders gefragt.

Nachteil dieser Übung ist jedoch das Abseilen ohne besondere Sicherung. "Fast Roping ist gefährlich, aber es ist die schnellste Möglichkeit für einen solchen Einsatz zu Schiff. Es gibt keine besseren Alternativen”, erläutert Einsatzleiter Andreas Koch. Die einzigen Schutzmaßnahmen für die Beamten ist neben ihren kugelsicheren Westen eine zusätzliche Schwimmweste, falls der Griff ans Seil doch einmal daneben geht. Ist das Team abgeseilt, zieht der Hubschrauber ab. Die Schnellboote sammeln dann die Einsatzkräfte ein und bringen sie sicher ans Land.

  • Fotos : Fast-Roping: Eine Trainingseinheit des SEK am Rhein

Da das Übersetzen von einem Boot auf ein anderes relativ schwierig ist und Zeit kostet, eignet sich die Methode mit dem Hubschrauber deutlich besser. Doch damit das sichere und vor allem schnelle Abseilen klappt, bedarf es viel Übung. "Die Geschwindigkeit ist manchmal lebenswichtig”, betont Koch. Obwohl die Übung riskant ist, würde er diesen Einsatz auch im Dunkeln riskieren. Innerhalb der nächsten Wochen werden weitere Teams das Training im Großraum Köln-Bonn absolvieren.

"Der Ablauf war gut”

Einen Einsatz dieser Art gab es beim SEK bisher nicht. Aber für den Ernstfall muss alles sitzen. Denn bei den Risiken, bei denen die normalen polizeilichen Maßnahmen nicht mehr reichen, greift das SEK zur Bekämpfung der schweren Kriminalität ein. Andreas Koch war mit der Leistung seiner Männer gestern zufrieden: "Der Ablauf war gut, und vor allem eines: sehr schnell."