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Leverkusen: Schnee überrascht den TBL-Streudienst

Leverkusen : Schnee überrascht den TBL-Streudienst

Die Technischen Betriebe hatten wegen der Wettervorhersage vor Weihnachten keine Rufbereitschaft vereinbart, starteten so am Montag erst gegen 6 Uhr mit dem Räumdienst. Auf der A 1 sorgte am Sonntag ein Glatteisunfall für eine Vollsperrung.

Mit drei Stunden Zeitverlust kämpften die Mitarbeiter der Technischen Betriebe der Stadt (TBL) am Montagmorgen und somit auch die Autofahrer, die sich im Berufsverkehr über noch nicht geräumte Hauptstraßen quälten. "Kurz vor 9 war die Bonner Straße noch nicht geräumt", monierte eine Autofahrerin. "Ich meine, das ist doch wirklich eine Hauptverkehrsstraße." Das meint Wolfgang Herwig von den TBL auch, gestand aber: "Die Wetterprognose vor Weihnachten hat nicht gut geklappt. Deswegen haben wir keine teure Rufbereitschaft eingerichtet und so erst um 6 Uhr angefangen zu räumen." Mit Bereitschaft hätte der Räumdienst um 3 Uhr seine Arbeit aufgenommen. Am Nachmittag seien die Hauptstraßen aber vom Schnee befreit gewesen, auch ein Teil der Nebenstraßen, aber noch längst nicht alle. "Da wollen wir morgen weitermachen."

Dass der Winter übers Land hereingebrochen ist, hat Leverkusen am Wochenende noch nicht bemerkt. Während es nebenan im Bergischen dicke Flocken schneite, blieben die drei Flöckchen in Leverkusen kaum liegen. In der Nacht zu Montag holte der Winter das nach.

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Joachim Pawellek, bei den TBL Regiemeister in Sachen Schneebeseitigung, merkte an, dass "wir mittlerweile Probleme an Mietshäusern haben. Da leben häufig ältere Menschen, die einen Räumdienst beauftragen. Und der schiebt den Schnee oft einfach auf die Straße, auch nachdem wir da waren." Das erhöhe wiederum die Glättegefahr. Zwei bis drei Stunden brauchen die TBL, um die Hauptstraßen in der Stadt freizubekommen, sagt Pawellek. Danach geht's in den Nebenstraßen weiter, zunächst in denen mit Steigungen wie am Birkenberg oder an der Haus-Vorster-Straße. Wahrscheinlich zählt auch die Hamberger Straße dazu. Da sei die Stadt "zu spät" gewesen, hieß es von der Wupsi. Die Linien 201, 215 und 220 hätten am Morgen Probleme gehabt, den Berg an der Schönen Aussicht hinaufzukommen. Die Wupsi hatte bereits ab Heiligabend auf den Anzeigetafeln an Bushaltestellen darauf hingewiesen, dass es wegen der Witterungsverhältnisse zu Verspätungen kommen kann.

Auf der A 1 kam es am Sonntag zu mehr als einer Verspätung. Die Bahn war nachmittags spiegelglatt und wurde nach 14 Uhr nach einem Unfall für mehr als sechs Stunden vollgesperrt. Bei dem Unfall sind fünf Menschen verletzt worden, drei davon schwer, berichtete die Polizei. Gegen 14.20 Uhr hatte ein Luxemburger (67) zwischen Burscheid und Wermelskirchen beim Bremsen die Kontrolle über sein Auto verloren und fuhr auf den BMW eines Frecheners (40) auf. Ein Audi-Fahrer (29) aus Ratzeburg bremste deswegen ab. Beim Ausweichen fuhr er in die linke Schutzplanke, einer 32-Jährige brach beim Bremsen der Wagen weg und kollidierte mit dem Heck des VW-Busses eines Odenthalers (52). Die 32-Jährige und ihre Mitfahrer (15, 35) wurden schwer, der 52-Jährige und sein Beifahrer (90) leicht.

Die Sperrung sorgte für Stau bis zu 15 Kilometern, sagte die Polizei. Kurz vor Ende der Sperrung gegen 21 Uhr geriet auf der Gegenfahrbahn ein Wagen in Brand. Ein Wermelskirchener Feuerwehrmann, der zufällig hinter dem Auto unterwegs war, machte den Fahrer aufmerksam. Der hielt an und stieg aus, kurz drauf stand der Wagen in Flammen. Auch hier musste die Autobahn kurzzeitig gesperrt werden.

Leverkusen: Schnee überrascht den TBL-Streudienst
Foto: dpa, mb vfd

Die Feuerwehr Leverkusen befreite in Fahrtrichtung Dortmund die Bahn vom Eis und hatte DRK und Malteser Hilfsdienst alarmiert, um schnell Tee und Decken an die Autofahrer verteilen zu können. Im Stau musste ein Kind vor Ort medizinisch versorgt werden, ein Baby kam mit leichter Kreislaufschwäche ins Klinikum. Eine Versorgung der Autofahrer mit Tee und Decken sei nicht notwendig gewesen.

(RP)