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Leverkusen: Schloss Morsbroich als Flüchtlingsherberge?

Leverkusen : Schloss Morsbroich als Flüchtlingsherberge?

Beim Sportbund ging der Vorschlag ein, das Museum zu nutzen. Derweil will die SPD einen "Runden Tisch Flüchtlingsunterbringung".

Die SPD hat diesen Antrag auf die Tagesordnung der Ratssitzung am kommenden Montag (23. März) setzen lassen: "Die Verwaltung wird beauftragt, umgehend einen ,Runden Tisch' zur Flüchtlingsunterbringung einzuberufen und die bereits vorhandene Steuerungsgruppe innerhalb der Verwaltung im Fachbereich Soziales auch mit der Wohnraumfrage für Flüchtlinge zu betrauen. Als Teilnehmerkreis für den ,Runden Tisch' sind insbesondere Vertreter der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen, des Sportbunds, des Integrationsrats, der Leverkusener Wohnungsgesellschaften, von Bayer Real Estate sowie der Fachbereiche Kinder und Jugend sowie Schule vorzusehen."

Als Grund für den Runden Tisch nennt die SPD die "großen Informations- und Kommunikationsdefizite bei den Beteiligten" beim Entscheid, die Turnhallen Görresstraße und Neukirchen für Flüchtlingsunterkünfte umzubauen.

Der Sportbund sammelt weiter Vorschläge zur Unterbringung von Flüchtlingen. Und immer wieder werden Bayers Bullenklöster am Smidt-Kreisel thematisiert, mitunter kritisch: "Angeblich müssten erst neue Stromleitungen gelegt werden. Wenn das wirklich so wäre, dann wären diese nötigen Arbeiten schon längst abgeschlossen. Doch diese Geschichte glaubt kaum noch jemand. In Wirklichkeit will Bayer irgendwann ganz plötzlich die Gebäude samt Grundstück gewinnbringend verkaufen", schreibt ein Leverkusener an den Sportbund. Man sehe deutlich, "dass es hier mal wieder nur ums Geld geht. Dann sollen doch lieber die Sportvereine und der Schulsport bluten. Und noch viel schlimmer ist es für die armen Flüchtlinge in einer großen Halle Pritsche an Pritsche leben zu müssen. Das ist mehr als unwürdig." Wohnraum sei vorhanden: "Auch Bayer darf helfen."

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Achim Hornig ruft ein ganz anderes Gebäude ins Gedächtnis: Schloss Morsbroich. "Dort wäre es möglich, die Flüchtlinge in einzelnen Räumen unterzubringen, was mehr Privatsphäre schaffen würde und humaner wäre als in einer Sporthalle." Wasch-/Duschcontainer könnten im Park aufgestellt werden. "Soviel ich weiß gibt es nicht unbedingt Hunderte von Besuchern am Tag, die dem Museum nachtrauern, aber sicher Hunderte von Sportlern, die keine Sporthalle mehr haben. Die Bilder kann man einlagern beim örtlichen Unternehmen Niesen und in einem halben Jahr dann wieder neu ausstellen."

Weitere Ideen zur Unterbringung: • Container in der Bahnstadt, Lehrwerkstatt hinter dem Opladener Bahnhof, altes Ledigenheim • ev. Pfarrhaus und Gemeindehaus Alkenrath • leer stehende Privathäuser/Wohnungen an der Burscheider Straße und Augusta-/Kölner Straße • City C (Woolworth, C&A...) • Bürokomplex Olof-Palme-Straße • Haus neben kath. Kirche Hitdorf, Jugendheim und Stadthalle Hitdorf • Haus des früheren Küsters, ev. Kirche, Lehner Mühle.

Vorschläge: info@sportbund-leverkusen.de; unter allen Einsendungen realistischer Vorschläge verlost der Sportbund einen 200-Euro-Gutschein der Volksbank.

(RP)