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Leverkusen: Schlebusch: Politik will vertrauliches Gespräch mit Rewe

Leverkusen : Schlebusch: Politik will vertrauliches Gespräch mit Rewe

Nach der Entscheidung im Bau- und Planungsausschuss schien der Bau eines 1700 Quadratmeter großen Rewe-Supermarktes samt Café schon auf den Weg gebracht. Aber die Bezirksvertretung III bremste das Vorhaben in der Sitzung am Donnerstag und folgte damit dem Bürgerwillen.

Noch bevor der von Georg Wollenhaupt (CDU) eingebrachte Änderungsantrag diskutiert wurde, fasste Vorsitzender Frank Schönberger (CDU) die langwierige Planung des Bauprojektes zusammen. Erste Pläne für das Areal an der Reuterstraße gab es bereits 2008, damals für eine Bebauung mit 45 bis 55 Wohneinheiten. Die wurden aber wegen Widerstands der Anwohner verworfen. Ausschlaggebend waren dabei vor allem die in diesem Bereich ohnehin angespannte Verkehrssituation und die Tatsache, dass die Schulpflegschaft der Thomas-Morus-Grundschule dagegen war, für diesen Zweck ein Stück des Schulgartens herzugeben.

Dazu ist die Schule mittlerweile bereit, denn der Investor Rewe hat im Gegenzug die Ertüchtigung des Schulgeländes versprochen. Seit 2010 verfolgt die Supermarktkette das Ziel und hat dazu bereits Privatgrundstücke aufgekauft. 2015 wurde der entsprechende Bebauungsplan beschlossen, wegen Bedenken aber vertagt, bis Gutachten über Einzelhandelsverträglichkeit, Verkehr und Lärm vorliegen. Das war Ende November der Fall. Der Bau- und Planungsausschuss stimmte mehrheitlich zu.

Der neue, in den Bezirk III eingebrachte Änderungsantrag würde einen Kompromiss für das "Quartier am Schlebuscher Kreuz" (Reuterstraße - Mülheimer Straße - Johannes-Dott-Straße - Dhünnberg) bedeuten. Der sieht ein Mischgebiet mit einem deutlich kleineren Nahversorger mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern vor, außerdem Wohnungen und Büroflächen, beziehungsweise Praxen. Im Bebauungsplan soll die Errichtung einer ausreichenden Tiefgarage ausgewiesen werden.

Bevor die Bezirksvertretung darüber entscheidet, sollte es ein vertrauliches Gespräch mit dem Investor geben, der ja schließlich bereits Eigentümer von Grundstücksflächen ist, schlug Frank Schönberger vor. Das könnte in einer gemeinsamen Sondersitzung von Bezirk III und Bauausschuss mit Vertretern von Rewe passieren. Das müsse unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen, weil es schließlich um Eigentumsrecht gehe. Gleich im Anschluss daran solle es eine öffentliche Sitzung geben, in der die Ergebnisse des Gesprächs beraten und abgestimmt werden. "Das sind wir dem Bürger schuldig, aber auch dem Investor, der hier seit sechs Jahren investiert", sagte er. Dieser Vorschlag stieß allgemein auf Zustimmung, allerdings auf Einspruch von Wolfgang Pockrand (SPD) mit einem Zusatz: Das Treffen soll unbedingt noch in diesem Jahr stattfinden.

(mkl)