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Schlankeres Busbahnhofdach für Opladen

Stadtteilentwicklung : Schlankeres Busbahnhofdach für Opladen

Wer in Zukunft in Opladen aus der Bahn steigt, der soll schon vom Gleis aus sehen, ob der Anschlussbus bereits am Busbahnhof steht. So nah sollen Bahnhof und Busbahnhof zusammenwachsen, so kurz sollen die Wege zum an den Bahnhof angrenzenden Busbahnhof werden.

Der „wird Teil einer neuen Gesamtkonzeption: mit einem Bahnhofsvorplatz, der Raum für Einzelhandel und Dienstleistungen bietet und einer Bahnhofsbrücke, die direkt in das Zentrum von Opladen weist“, notiert die Stadt fast wie in einer Werbebroschüre.

Aber nur fast. Denn das Zitat stammt aus einem Papier, über das heute der Bauausschuss in einer eilig anberaumten Sondersitzung diskutieren soll. Und darin erfährt das Projekt einen ordentlichen finanziellen Dämpfer. Es geht – wie in Wiesdorf – ums Busbahnhofdach. In dem vom Rat verabschiedeten Entwurf von Mai ist von einem Systemdach der Bauart Zwiesel die Rede, mit dem die zwölf Haltestellen überdacht werden sollen. Auf dem nördlichen und südlichen Bussteig sollten „jeweils einstielige Varianten des Daches zur Anwendung“ kommen, auf dem „zentralen Mittelbussteig soll eine attraktive zweistielige Variante... inklusive eines mittigen Glas-Shed-Daches“ eingesetzt werden.

Doch aus dem Dach in dieser Form wird wohl nichts. Die Stadt hatte gerade einen Termin beim Nahverkehr Rheinland (NVR) zur Förderung. Durch den NVR werden pro Bussteig „Überdachungen auf einer Länge von 20 m und mit einer Breite von 2 m mit einem Förderbetrag von 1.500 €/m² mit einen Fördersatz von 90 Prozent gefördert“, sagt die Stadt. Für eine für die zwölf Haltestellen vorgesehene Überdachung „wäre somit eine Förderung in Höhe von 771.120 Euro (brutto) zuzüglich einer Planungspauschale zu erwarten“. Dem gegenüber stehen „angenommene Gesamtkosten“ von knapp drei Mio. Euro. „Der von der Stadt zu tragende Eigenanteil wäre zu hoch. Daher sollte diese Planung nicht weiterverfolgt werden.“

Die Stadt schiebt die Alternative hinterher: Der zentrale Mittelbussteig (sechs Halte) soll mit einem solchen Systemdach ausgestattet werden, auf das Glas-Shed-Dach wird verzichtet. Der nördliche und südliche Bussteig soll je drei Wartehäuschen bekommen, ebenso der 13. Halt an der Goethestraße. Die Kombination aus Dach und Wartehäuschen schaffe mehr Möglichkeiten in der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und mehr städtebauliche Transparenz, argumentiert die Stadt. Und sie ist günstiger, kostet 1,6 Mio. Euro. Die Politik diskutiert schon vor der Sitzung über das Thema. „Wiesdorf kriegt einen Busbahnhof mit Goldkante und Opladen die Karo-Einfach-Lösung“, schimpft etwa Markus Pott (OP Plus).

Die Politik muss sich zügig entscheiden: Zwar soll der neuen Busbahnhof erste Mitte 2020 in Betrieb gehen. Aber: „Dieser Termin kann nur gehalten werden, wenn zum 1.10.2018 die Baubeschlussfassung erfolgt“, schreibt die Stadt. Dann hat der Stadtrat das entscheidende Wort.