Leverkusen: Schiffsbrücke: Wetter verzögert das Finale

Leverkusen: Schiffsbrücke: Wetter verzögert das Finale

Sie hatten in diesem Monat mit allem fertig sein wollen, dann hat der Winter den Förderern der Schiffsbrücke über die Wupper die Planungen vermiest. Dennoch: Im Frühjahr wird eröffnet.

Aufs Wohlwollen von Petrus komme es an, sagt Gabriele Pelzer, Geschäftsführerin des Fördervereins Schiffsbrücke Wuppermündung. Und Petrus hat in den vergangenen Monaten wohl gar nicht gewollt. "Wir liegen mit unseren Planungen zwei Monate im Rückstand", sagt Pelzer.

Foto: Ulrich Schütz

Die Zwangspause sei dem Wetter geschuldet: "Erst gab es starken Frost, dann Schnee, dann Hochwasser, dann wieder Frost und Schnee und das Ganze seit Dezember." Das schreibt Pelzer auch auf der Internetseite des Vereins. Die Winterwitterung habe die Förderer daran gehindert, "die Arbeiten an der Steganlage zum Abschluss zu bringen. Trotzdem: Die Arbeiten sind bisher zügig vorangegangen", fügt sie an.

Davon können sich Spaziergänger überzeugen: Durchs Gitter am Eingang der Brücke lässt sich schon mehr als gut erahnen, wie sie denn fertig aussehen wird, die neue Schiffsbrücke über Klipper, Tjalk, Aalschocker. Die erste Schiffssteganlage über die Wupper gab es bereits 1920. Neun Jahre später baute Fährmann Heinrich Glees eine neue Steganlage, für die er Brückenzoll verlangen konnte: fünf Pfennig für Fußgänger, zehn für Radfahrer. Die Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg gesprengt, 1946 wieder errichtet, in den 50ern abgetrieben und dadurch stark beschädigt. Glees schaffte Klipper, Tjalk und Aalschocker als Tragpfeiler für die Brücke an und nannte sie "Freiheit", Recht" und "Einigkeit"...

Die Geschichte der Wuppermündungsbrücke ist von Beginn an bis in die 90er Jahre, als die Brückenschiffe angeblich nach Rotterdam verkauft waren, wechselvoll. Immer wieder gab es Rückschläge — auch für die Förderer der neuen Brücke. Die scheinen allesamt ein rheinisches Gemüt zu haben. Auch jetzt schaut Gabriele Pelzer nach vorn: "Ich denke, dass wir Ende Mai, Anfang Juni die Brücke eröffnen können." Davor liegen Testläufe, Besuche verschiedener Behörden zur Abnahme und die Hoffnung, dass die Temperaturen bald über fünf Grad liegen und der Rhein sich mit dem Hochwasser zurückhält.

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"Wir müssen prüfen, ob die verlegten Leitungen im Zusammenspiel funktionieren. Das geht nur, wenn es hochwasser- und frostfrei ist", berichtet Pelzer. Neben Leitungen etwa für Strom und Heizung müsse auch der Trinkwassertank getestet werden, "und da bringt es ja nichts, wenn uns das im Tank gelieferte Trinkwasser gefriert", ergänzt die Geschäftsführerin.

Sind die Testläufe erfolgreich abgeschlossen — Pelzer rechnet damit Ende April, Anfang Mai — kommen Mitarbeiter vom Ordnungsamt, vom Gesundheitsamt und von der Feuerwehr zur Abnahme. "Und ganz am Schluss erfolgt dann die komplette Bauabnahme. Danach können wir endlich eröffnen. Ich schätze es wird Ende Mai, Anfang Juni soweit sein", sagt Pelzer.

Dann kann das große Projektschild auf dem "Festland" neben der Wuppermündung abgebaut werden, auf dem derzeit neben der Projektbeschreibung der Hinweis für Spaziergänger und Radfahrer angebracht ist: "Achtung! Übergang gesperrt — bis zur Bauabnahme."

(RP/rl)