Scheuer kam nicht: Bahnakademie Opladen ohne Minister eingeweiht

Bahnstadt Opladen : Bahnakademie eingeweiht – ohne Minister

Andreas Scheuer sagte ab, der Vertreter schaffte es nicht pünktlich. Andere Gäste lobten das neue Schulungszentrum.

Im Januar forderte Bundesminister Andreas Scheuer: „Die Bahn muss attraktiver werden  – für Millionen Kunden und über 200.000 Mitarbeiter: mehr Personal, Verbesserung der Fahrzeug-Verfügbarkeit und Ausbau der Infrastruktur. Damit die Bahn zur Bürgerbahn wird.“ Am Dienstag hätte er sich davon überzeugen können, dass sich die Firma PMC Rail genau mit diesem Thema befasst. Doch er kam nicht. Bei der Einweihungsfeier des neuen Gebäudes an der Werkstättenstraße musste Geschäftsführer Antonio Intini seinen Gästen mitteilen, dass der Minister abgesagt hatte und seinen Staatssekretär Michael Güntner schicken wollte. Aber auch dieser konnte nicht pünktlich kommen, weil sein Flugzeug wegen eines technischen Defektes in Berlin gar nicht erst abhob.

Das Gebäude, das in der Bahnstadt innerhalb von 13 Monaten entstanden ist, bezeichnete Oberbürgermeister Uwe Richrath in einer Ansprache als „wahre Augenweide“. Paul Hebbel, Aufsichtsratschef der Bahnstadt, sagte am Rande der Feier: „Das ist die Krönung für unser Gelände.“ Johannes Max Theurer, Vorstand des Familienunternehmens Plasser & Theurer aus Linz (Österreich), begründete sein Engagement so: „Ich bin überzeugt, dass PMC Rail einen Mehrwert für die Bahnbranche liefert.“ Er sei darüber hinaus sicher, dass Geschäftsführer Intini und sein Team „etwas Großartiges schaffen“.
 Zur Einstimmung sahen die Gäste einen Film mit Details über Ziele und Projekte am neuen Standort. Konkret verfügt das Schulungszentrum PMC Rail International Academy, das bis 2017 unter „Deutsche Plasser“ firmierte, auf drei Etagen über sieben Seminarräume, einen Veranstaltungsraum für bis zu 120 Personen und zahlreiche Simulations- und Lehrstände auf 3480 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sollen in erster Linie junge Menschen geschult werden. Mittelfristig ist geplant, pro Jahr mehr als 1000 nationale wie internationale Kursteilnehmer im Bereich der Bahn-Infrastruktur individuell aus- und fortzubilden. Es besteht unter anderem eine Kooperation mit Hochschulen. Hohe Investitionen in Ausbau und Instandhaltung der Bahn-Infrastruktur erforderten stetigen Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften, meinte Intini. An dieser Stelle setze PMC Rail International Academy an, denn seit 2017 biete man Infrastrukturbetreibern und Gleisbauunternehmen ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm für Fach- und Führungskräfte.

Bei der Wahl des Standorts setzte sich Opladen wegen seiner guten Verkehrsanbindung und seiner Historie durch. „Welches Gelände wäre besser für eine zukunftsweisende Akademie, als die Flächen des ehemaligen Ausbesserungswerks und Gleisbauhofes der Deutschen Bahn – ein Gelände mit Bahn-Vergangenheit und Bahn-Zukunft“, sagte Geschäftsführer Antonio Intini bereits beim Spatenstich.

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