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Leverkusen: Saunagäste fordern neues Preissystem

Leverkusen : Saunagäste fordern neues Preissystem

Die von der Stadt geplante Umstellung der Eintrittspreise für die Sauna im CaLevornia stößt weiter auf starke Kritik.

Häufige Nutzer müssten ab Januar im Extremfall bis zu 3300 Euro pro Jahr bezahlen, wenn die Jahreskarte (heutige Kosten: 890 Euro) zugunsten des neuen Prepaidsystems abgeschafft werde. "Die Gruppe der langjährigen Jahreskarteninhaber ist sehr verärgert", sagte gestern Saunabesucher Dr. Hartmut Bangert. Er und Mitstreiter Pedro Gomez trugen die Kritik am Preissystem auch in einem Gespräch mit Sportdezernenten Marc Adomat vor.

"Wir wehren uns nicht grundsätzlich gegen eine Preissteigerung, aber was jetzt kommen soll, können viele nicht bezahlen", sagte Bangert im Gespräch mit unserer Zeitung. Er schlägt eine Staffelung vor, die sich an der Häufigkeit der Besuche orientiert.

Konkret: Bei 100 Saunabesuchen pro Jahr soll der Besucher dann 950 Euro bezahlen, eine Steigerung von sieben Prozent gegenüber der heutigen Jahreskarte. 250 Saunabesuche würden nach dem Bangert-Vorschlag 1300 Euro kosten: immerhin ein Aufschlag von 46 Prozent im Vergleich zu den jetzt geltenden 890 Euro für eine Jahreskarte.

"Dieser Vorschlag berücksichtigt die wirtschaftlichen Interessen des Betreibers und gleichzeitig die finanziellen Möglichkeiten der Gäste", wirbt Bangert für seine Idee. Ziehe der städtische Sportpark sein Prepaidsystem durch, würden viele Saunagäste abwandern oder die Zahl der Besuche stark reduzieren.

Der Finanzausschuss hat das neue Preissystem schon genehmigt, im Stadtrat dürfte die Entscheidung kaum anders ausfallen. Sportdezernent Marc Adomat hatte zuvor argumentiert, das neue Preissystem sei insgesamt gerechter. Wer beispielsweise eine "Platin-Karte" mit 600 Euro Vorauszahlungswert kaufe, bezahle dann für einen Saunabesuch 13 statt 19 Euro (Einzelticket).

Speziell der Grünen-Politiker Stefan Baake hatte in der Sitzung beklagt, dass derzeit die Stadt mit dem Jahreskartensystem einer kleinen Gruppe, die fast täglich in die Sauna komme, eine "Begegnungsstätte" subventioniere. Diesen Vorwurf wies Bangert gestern empört zurück. Ob zwei Besucher da seien oder 40, die Betriebskosten blieben fast gleich. Die Saunaanlage werde unabhängig von der Gästezahl auf Temperatur gehalten. Auch die Personalstärke ändere sich nicht. Höchstens die Menge des Duschwassers variiere.

Da die Prepaidkarten länger als ein Jahr gelten, werde zudem die Zahl der Tageskarten zugunsten der Angebotskarten zurückgehen. Statt Mehreinnahmen werde es ein Minus für den Saunabetreiber Sportpark geben, prognostizierte Bangert. Er und seine Mitstreiter hoffen, dass der Stadtrat am Montag eine Entscheidung in ihrem Sinne trifft.

(RP)