Samy Deluxe bei den Leverkusener Jazztagen

Jazztage : Mit dem Rapper Samy Deluxe unterwegs ans Meer

Was die Lyrics betrifft, ist das schade; denn seit über zwei Jahrzehnten agiert Samy Deluxe bereits auf der Bühne und hat dabei durchaus anspruchsvolle Verse gedichtet. Bei dem schnellen Sprechgesang geht dabei vieles unter, aber man kann die Texte ja im Internet nachlesen – was übrigens empfehlenswert ist.

Mitunter macht der Hamburger aus einer Ansage auch ein Wortspiel. „Wollt ihr mehr?“, fragt er das Publikum und singt vom „Haus am Meer“. „Am Meer, am Meer“ ist dann der Refrain, den das Publikum mitsingt. Auffallend: Der Rapper, zweifelsohne einer der kommerziell erfolgreichsten in Deutschland, wusste, in welcher Stadt er gerade war. Er erwähnte es nicht nur in seinen kurzen Ansprachen zwischen den Stücken mehrfach, sondern baute den Namen auch immer wieder in seine Texte ein. Dabei ist es ohnehin schon erstaunlich, so viele komplizierte Zeilen sich zu merken.

Das DLX Ensemble, das den Rapper auf den Punkt begleitete, war sehr gut aufgestellt. Gleich zwei Schlagzeuger sorgten für den richtigen Drive (Tempo), drei Blechbläser für den breiten Sound, ebenso gehörten zwei Streicher dazu, drei Background-Sängerinnen und ein Gitarrist. Aber am wichtigsten war natürlich der Bassist, der mit seinen tiefen Tönen erst für den Druck sorgte, der den Magen der Zuhörer in Schwingungen versetzte.

Fazit: Auch wenn das Konzert nicht unbedingt ins Raster des Jazz fiel, so war  es eine willkommene Abwechslung der Leverkusener Jazztage. Aber die Grenzen für diese Musikrichtung sind ja bekanntlich ohnehin schwer zu ziehen. Ein junges Publikum können die Jazztage auf jeden Fall gebrauchen.

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