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Leverkusen: Saltigo investiert 20 Mio Euro in Wiesdorf

Leverkusen : Saltigo investiert 20 Mio Euro in Wiesdorf

Die Tochterfirma von Lanxess sieht Wachstumspotenzial vor allem im Agro-Bereich. 2012 waren 180 Stellenstreichungen bekannt geworden.

Der Name ist offenbar Programm: Das Lanxess-Tochterunternehmen Saltigo – der Name steht in Anlehnung an den artistischen Salto für einen dynamischen Sprung (saltare = Italienisch für Springen) in die Zukunft – marschiert positiv ins Geschäftsjahr 2013. Und das sieht laut Saltigo-Chef Wolfgang Schmitz trotz allgemeiner Unkenrufe in der Wirtschaft bisher rosig aus. "Für dieses Jahr verfügen wir über eine gut gefüllte Projektpipeline", betonte Schmitz jetzt kurz vor dem Auftakt der Messe InformEx USA, die ab kommenden Dienstag, 19. Februar, in Kalifornien stattfindet. "Gerade die Kunden in unserem Schwerpunktbereich Agrochemie gehen derzeit von einer weiterhin positiven Marktentwicklung aus."

Zwei Gründe für gute Aussichten: die Sicherstellung der Ernährung der weiter wachsenden Weltbevölkerung und die im Wandel begriffene Ernährungsweise in den Schwellenländern. Diese Herausforderungen zu lösen, bleibt Aufgabe der Agrarwirtschaft – diese wiederum setzt unter anderem auf Agrowirkstoffe, die etwa Saltigo herstellt. Marketing-Leiter Jörg Schneider sieht in diesem Bereich noch Wachstumspotenzial: "Zum Beispiel bietet die Neukombination bekannter Wirkstoffe für unsere Kunden die Möglichkeit, rasch und sehr flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren, etwa auf regionale Witterungseinflüsse."

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Auch das kleinere Saltigo-Standbein, das Pharmasegment, habe positiv zur Geschäftsentwicklung 2012 beigetragen – unter anderem durch eine neue Vereinbarung mit dem US-Pharma-Unternehmen Relypsa. Für dieses produziert Saltigo einen neuen Wirkstoff gegen Hyperkaliämie (erhöhter Kaliumspiegel im Blut). Saltigo wolle die Zusammenarbeit mit pharmazeutischen Unternehmen generell ausbauen, betonte Schneider.

Schönheitsfehler in der positiven Rück- und Vorschau von Saltigo gerade im Pharma-Bereich: Im vergangenen Frühjahr hatte Lanxess Strukturänderungen bei Saltigo angekündigt. Weil das Pharmageschäft schwächelte, solle sich Saltigo künftig "noch stärker auf sein erfolgreiches Agro-Geschäft konzentrieren", hatte Lanxess-Sprecher Daniel Smith zu Andeutungen von Lanxess-Chef Axel Heitmann ausgeführt. In der Pharma-Sparte werde abgebaut – in Leverkusen sollen bis zu 180 Arbeitsplätze wegfallen, in den USA 20 Stellen. Die 180 Leverkusener Mitarbeiter will Lanxess in den nächsten Jahren auf Stellen in Saltigos Agro-Geschäft oder innerhalb des Lanxess-Konzerns vermitteln. Betriebsbedingte Kündigungen hatte der Sprecher damals nicht ganz ausschließen wollen.

Von diesen Umbauplänen, die im Frühsommer vergangenen Jahres anliefen, sprachen Schmitz und Schneider jetzt nicht. Dafür aber von Investitionen. Vor allem am Standort Leverkusen. Die Lanxess-Tochterfirma mit Unternehmenszentrale in Langenfeld will "bis 2015 insgesamt rund 20 Millionen Euro aufwenden, um in vier Betrieben am integrierten Standort in Leverkusen zusätzliche Kapazitäten für die Feststoffisolierung zu schaffen", teilte Saltigo mit. Das Geld wird vor allem in die Bereiche Kristallisation, Filtration und Trocknung gesteckt, hieß es.

(RP)