Leverkusen: S-Bahn 6 fiel elf Stunden aus

Leverkusen: S-Bahn 6 fiel elf Stunden aus

Die S-Bahn-Strecke Köln-Mülheim über Leverkusen bis Langenfeld blieb gestern zwischen 8.15 und 19 Uhr gesperrt. Grund: Im Bereich Langenfeld war die Oberleitung gerissen. Verursacher des Schadens soll die E-Lok eines Privatunternehmens sein. Die Fahrgäste wurden mit Bussen transportiert.

Über die Ursachen der Störung gingen gestern die Informationen auseinander. Nach Darstellung der Bahn wurde die Oberleitung im Bereich Bahnhof Langenfeld-Rheinland beschädigt. Genau an der Stelle, wo die Privatgleise der Bahnen der Stadt Monheim in die Bahn AG-Strecke münden. Morgens soll demnach eine Diesellok einen Frachtzug Richtung Bahn-Strecke bis in den Bereich der Elektro-Oberleitung geschoben haben. Dort fuhr der Führer der angekoppelten privaten E-Lok den Stromabnehmer hoch. Pech dabei: Ein auf der Lok liegender Ast wurde angeblich mitgezogen und soll einen Kurzschluss ausgelöst haben. Die Oberleitung riss und hing durch. In diesen Schaden fuhr die nächste S 6, beschädigte sich den Stromabnehmer und blieb gegen 8.15 Uhr liegen. Dies ist die Bahn-Darstellung.

Zwei Privatfirmen nutzen die Monheimer Gleise und kämen als Verursacher in Frage: die Monheimer Bahnen und die Bayern-Bahn (fährt Fracht für Henkel). Vertreter beider Unternehmen stritten gestern ihre Schuld ab. Die Bahn will allerdings ihre Kosten vom Schadensverursacher bezahlt haben.

Der S-Bahnverkehr zwischen Langenfeld und Köln und in umgekehrter Richtung blieb gestern mindestens bis 19 Uhr eingestellt, erklärte Bahn-Sprecher Udo Kampschulte. In Leverkusen hielten nur Nahverkehrs- und Regionalzüge.

Pendelbusse bis Langenfeld

Nach dem Unfall bediente die Bahn mit einem Buspendelverkehr alle S-Bahnhöfe zwischen Köln-Mülheim und Langenfeld und in umgekehrter Richtung. Dazu zählten unter anderem die Stationen Köln-Stammheim, die Leverkusener Bahnhöfe Bayerwerk, Leverkusen-Mitte, Küppersteg und Rheindorf.

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Der unplanmäßige Halt der S 6 lag in Langenfeld-Reusrath nahe der Leverkusen-Rheindorfer Stadtgrenze. Die S-Bahn stand dort auf freier Strecke und musste abgeschleppt werden. Nach dem Unfall im Bahnhof Langenfeld-Rheinland rollte der Zug noch eine lange Strecke aus. Bis zum S-Bahnhof Leverkusen-Rheindorf reichte es dann doch nicht mehr.

Noch Stunden nach dem Vorfall roch es stark verbrannt im Bereich der defekten Lok. Die Fahrgäste dieser S 6 mussten bis 9.45 Uhr auf freier Strecke im Zug ausharren, bevor sie aussteigen durften. Dafür hatte die Bahn aus Sicherheitsgründen auch die Ferngleise und so die gesamte Strecke sperren lassen. Die Bahnfahrgäste wurden mit Bussen weitertransportiert.

S-Bahn parkte in Rheindorf

Auch im Bahnhof Leverkusen-Rheindorf "parkte" ein S-Bahnzug. Zahlreiche Fahrgäste warteten morgens längere Zeit auf einen Anschluss. Der S-Bahn-Verkehr von Düsseldorf bis Langenfeld und umgekehrt lief weiter. Die Fahrgäste mussten in Langenfeld die S-Bahn verlassen. Dann wechselte die Bahn die Gleisstrecke und fuhr in Richtung Düsseldorf-Essen zurück.

Hier geht es zur Bilderstrecke: S6 bleibt auf freier Strecke stehen

(RP)