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Roland Teske fährt 24 Stunden lang Rad für krebskranke Kinder

Charity-Aktion auf der Balkantrasse : 24 Stunden Radfahren für den guten Zweck

Der Leverkusener Roland Teske tritt am Samstag für die Deutsche Kinderkrebsstiftung in die Pedale. Jeder, der möchte, kann mitfahren und ihn unterstützen. Es geht die Balkantrasse entlang.

Das Fahrrad hatte für Roland Teske schon immer eine besondere Bedeutung. In seiner Jugend war es Mittel zum Zweck, um zum Fußballtraining zu kommen. Seit mehr als zehn Jahren ist das Rad seine sportliche Betätigung, sein Hobby, dem er viel Zeit widmet.

Am Samstag wird er wieder mit dem Rad unterwegs sein. Doch nicht wie viele andere zu einem entspannten Wochenendausflug, sondern auf seinem Rennrad – und zwar 24 Stunden. Er beteiligt sich mit einem eigenen 24-Stunden-Rennen an der Aktion „Kilometer für Kinder“. Dabei wird jeder Kilometer gezählt, der innerhalb von 24 Stunden zurückgelegt wird und anschließend ein vorher definierter Betrag pro Kilometer gespendet. Das Geld kommt der Deutschen Kinderkrebsstiftung zugute. „Ich wollte schon immer etwas spenden. Aber das auch irgendwie mit einer Challenge verbinden“, sagt Teske. „Hier weiß ich, wo das Geld hingeht und wie den Kindern und ihren Eltern geholfen wird“, ergänzt er.

Ursprünglich wollte er alleine fahren. Doch in den vergangenen Tagen und Wochen haben sich immer mehr Menschen bereit erklärt, ihn dabei zu unterstützen und eine Zeit lang mitzufahren. „Das ist wirklich überragend“, sagt Teske erfreut. Los gehen soll es am Samstag um 8 Uhr am Opladener Busbahnhof. Die Strecke, die sich Teske ausgesucht hat, ist die Balkantrasse bis nach Burscheid, dort wird gewendet, und es geht die gleiche Strecke wieder zurück. „Eine Runde hat etwa 26 Kilometer. Die will ich so oft fahren, wie es Beine und Po zulassen“, sagt er. Die Strecke habe den Vorteil, dass sie nachts beleuchtet sei. Zudem müsse man an keiner Stelle auf Autos aufpassen, sondern könne einfach fahren.

Am Startpunkt wird ein Pavillon aufgebaut, eine Art Basislager mit Verpflegung für die Teilnehmer. Dort wird sich Teske irgendwann in der Nacht auch für ein paar Stunden aufs Ohr legen. „Die geschlafene Zeit hänge ich aber selbstverständlich hinten dran, ich möchte wirklich 24 Stunden in die Pedale treten“, kündigt er an. Diesen Einsatz erwartet er von seinen Mitstreitern freilich nicht: „Jeder, der Zeit und Lust hat, darf gerne so lange mitfahren, wie er möchte. Jeder Kilometer, der gefahren wird, hilft. Es ist aber wichtig, dass sich alle an die Straßenverkehrsordnung halten.“

Eigentlich hätte der 60-Jährige diesen Samstag schon etwas anderes vorgehabt. Denn an diesem Wochenende hätte „Rad am Ring“ stattfinden sollen, das 24-Stunden-Rennen auf der Nord-Schleife des Nürburgrings. Vor zehn Jahren hat Teske erstmals die „Grüne Hölle“ befahren. „Das habe ich damals wirklich unterschätzt, man darf es einfach nicht übertreiben“, sagt er. Inzwischen ist er nicht nur 20 Kilo leichter, sondern auch deutlich routinierter, jährlich spult er um die 10.000 Kilometer mit dem Fahrrad ab. Er versuche, jeden zweiten Tag zu trainieren. Bei schlechtem Wetter und im Winter notfalls auch im heimischen Wohnzimmer auf der Rolle. „Dabei höre ich dann meine alten Platten“, sagt er. Und auch der Weg zur Arbeit, den er stets auf zwei Rädern zurücklegt, sei ein gutes Training.

Ein bisschen schade sei es schon, dass er in diesem Jahr nicht am Nürburgring fährt. „Die Gemeinschaft da dort ist eine ganz besondere. Von überall kommen die Leute her, um diese Strecke zu befahren“, schwärmt er. Und einen Teil dieser Gemeinschaft möchte er am Samstag auch auf der Balkantrasse spüren.