Rocker-Krieg auch in Leverkusen?

Bandidos in Schlebusch : Bleibt Rocker-Krieg hinter der Stadtgrenze?  

In Köln tobt derzeit ein Rocker-Krieg. Die Bandidos, die in der Domstadt bisher keine größere Rolle spielten, machen den Hells Angels das Terrain streitig. Für ein Übergreifen des Konflikts auf Leverkusener Stadtgebiet gibt es bisher keine Anzeichen.

 Polizeipräsident Uwe Jacob, sonst ein Mann der leiseren Töne, kennzeichnete die Lage mit prägnanten Worten: „Hier wird rumgeballert wie im Wilden Westen.“ Neben den Ringen ist das rechtsrheinische Köln Schauplatz der Auseinandersetzung rivalisierender Banden. Zuletzt, am 4. Januar,  gab es Schüsse auf ein Spielkasino in Köln-Mülheim.

Dass der Bandenkrieg von Bandidos und Hells Angels auf auch Leverkusener Stadtgebiet übergreifen könnte, dafür gibt es nach Polizeiangaben derzeit keine Anzeichen. „Die aktuelle Problematik begrenzt sich auf das Stadtgebiet Köln“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.  Weitere Angaben wollte er aufgrund laufender Ermittlungen nicht machen. Auch nicht dazu, ob das Vereinsheim der Bandidos an der Mülheimer Straße noch unter Beobachtung der Polizei steht und ob es überhaupt noch von den Rockern genutzt wird.

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Zuletzt war das Schlebuscher Clubheim im Juni 2017 nach Schüssen Unbekannter auf ein Wohnhaus in Küppersteg von der Polizei gestürmt und durchsucht worden. Erste Verdachtsmomente eines Bandenkrieges unter Rockern bestätigten sich damals aber nicht.

Mitte Januar 2017 hatte es an derselben Stelle bereits eine Razzia gegeben, bei der 25 Polizisten im Einsatz waren und zehn Rocker kontrollierten. Auslöser der Aktionen waren Schüsse auf zwei Lokale in Köln-Holweide, die als Treffpunkt der Hells Angels galten. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand. Mit der Razzia wollte die Polizei der Rockerszene zeigen, dass sie unter Beobachtung steht.

Das Clubheim der Bandidos an der Mülheimer Straße war im Juli 2015 eröffnet worden. Das war nicht nur von Schlebuscher Anwohnern, sondern auch von Stadtverwaltung und Polizei mit Besorgnis zur Kenntnis genommen worden. Die Polizei hatte wiederholt betont, die Schlebuscher Gruppierung im Auge zu behalten.         

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