Leverkusen: Ringstraße: Baustart ist schon 2014 möglich

Leverkusen : Ringstraße: Baustart ist schon 2014 möglich

Der Montag, 1. Juli, kann ein historischer Tag für Hitdorf werden: Die Bezirkspolitiker sollen das "Ausbaukonzept Ringstraße" beschließen.

Seit September 2000 quälen sich die Hitdorfer mit ihrem Verkehrskonzept herum. Die Realisierung soll in zwei Wochen grundsätzlich verabschiedet werden. Damit wird es für die Ringstraße ernst: Stimmt die SPD wie angekündigt für das Ausbaukonzept der 1,1 Kilometer langen Strecke zwischen Kleingansweg und Langenfelder Straße, dann könnten in gut einem Jahr die Bagger anrollen. Dies kündigte die Stadt in ihrem Beratungspapier an, das am 24. Juni im Bauausschuss vorberaten wird, um dann am 1. Juli im Bezirk I beschlossen zu werden.

Das Verkehrskonzept sieht eine Ringstraßenlösung mit "unechten" Einbahnstraßen vor. Über die Ringstraße soll hauptsächlich die Fahrtrichtung "Monheim", über die Hitdorfer Straße die Richtung "Rheindorf" bevorzugt werden. Die Gegenrichtungen sollen durch Hindernisse unattraktiv gemacht werden. Das erklärte Ziel: Auf den beiden Straßen soll sich der innerörtliche Straßenverkehr möglichst gleichmäßig verteilen.

Dass damit die Ringstraße erheblich mehr Autolärm bekommt, dies bestätigt die Stadt in ihren Beratungspapieren. Die Stadt muss deshalb Lärmschutzmaßnahmen bezahlen. Dafür werden vermutlich knapp eine Million Euro fällig.

Was die Ringstraßen-Anwohner, aber auch die Anlieger der Hitdorfer Straße an dem Konzept ärgert, hat die Stadt in einem fast 180 Seiten starken Papier zum Bebauungsplan "Ringstraße" zusammengefasst. Hauptteil der Kritik: Die Ringstraßen-Anwohner müssen für den Ausbau ihrer Straße bis zu 90 Prozent der Kosten finanzieren. Dies liege aber nicht an dem Verkehrskonzept, sondern an der Tatsache, dass einige Straßenstücke noch nie ordentlich ausgebaut waren. Auch ohne Verkehrskonzept wäre der Straßenausbau fällig, schreibt die Stadt.

Geplant ist für die Ringstraße eine sechs Meter breite Fahrbahn. Dazu kommen beidseitig zwei Meter breite Parkstreifen und ebenso breite Gehwege, zumindest in weiten Bereichen. An der Ringstraße/Langenfelder Straße und Ringstraße/Mohlenstraße sind Mini-Kreisverkehre geplant. Ansonsten gilt die Rechts-vor-Links-Regelung. Das Tempo wird auf 30 km/h begrenzt. Es soll zwei Bushaltestellen geben.

Grob geschätzt fallen 2,2 Millionen Euro Baukosten für die Ringstraße und 2,7 Millionen Euro für die Hitdorfer Straße an. Der endgültige Baubeschluss könnte Anfang 2014 fallen. Die Ausbaupläne für die Ringstraße sollen vorher, vom 8. Juli bis zum 2. August 2013, in der Filiale der Raiffeisenbank Langenfelder Straße ausgelegt werden. Die Anwohner können Kritik und Anregungen zum Ausbaukonzept äußern – schriftlich oder nach Terminabsprache auch mündlich.

Der Stadtrat befasst sich ebenfalls mit Hitdorf und beschließt die Satzung für den Bebauungsplan. Vor allem stimmen die Ratsvertreter über Stellungnahmen und Einsprüche ab, die auf Stadtvorschlag fast alle abgelehnt werden sollen. Gefolgt wird übrigens dem Hinweis des Kampfmittelräumdienstes: Vor Bodenarbeiten soll das Gelände nach Bomben und anderer Munition abgesucht werden. Angesichts der Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg in Hitdorf sicher ein guter Vorschlag.

Die Satzung ist für die Umsetzung des Verkehrskonzeptes nötig. Der Bebauungsplan legt die grundsätzliche Ausbaubreite und -fläche fest.

(RP)