Rheindorfer Burgknappen feiern seit 50 Jahren

Narrenjubiläum : Burgknappen feiern seit 50 Jahren

Vor rund 50 Jahren wagte sich ein Verein, dessen eigentliches Revier die Kegelbahn in Rheindorf war, in fremdes Terrain. Heute – ein halbes Jahrhundert später – feiert genau dieser Verein sein Narren-Jubiläum.

Die Rheindorfer Burgknappen haben es geschafft, sich zu etablieren – und sind keineswegs altersmüde.

So stand am Samstagabend die große Party zum Geburtstag an. Dem Ruf folgten namhafte Künstler aus der fünften Jahreszeit. Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgten zum Beispiel de Räuber. 300 Leute füllten den Saal Norhausen, lachten und schunkelten. Dass all das seinen Anfang Ende der 1960er Jahre haben sollte, hätten sich die Macher der damaligen Zeit nicht träumen lassen.

Einer von ihnen ist Alois Gellner. Der heute 81-Jährige ist der einzige Hinterbliebene der früheren Riege. Und er war einer derjenigen, die an jenem schicksalhaften Abend an der Theke der Gaststätte Norhausen saßen und ankündigten: Wir machen jetzt Karneval. „Eigentlich“, erzählte Gellner etwas schmunzelnd, „war ich nur hinter dem Geld her.“ Schließlich sei er Kassenwart im Kegelklub gewesen. Nachdem sich die damalig führenden Protagonisten des Karnevals in Rheindorf zurückzogen, musste etwas geschehen. So traten er und seine Mitstreiter an diese Stelle.

Dass sie an dieser Stelle auch 50 Jahre später stehen würden, hatten sie dabei allerdings nicht im Kopf. „Daran haben wir gar nicht gedacht“, berichtete Gellner. „Wir waren jung – und voller Tatendrang.“ Was also einmal aus dem Vorhaben werden würde, war den acht Gründungsmitgliedern zu der Zeit völlig egal. Sie wollten gestalten. Und das taten sie. Im Laufe der Zeit stellten sie vier Prinzen – Gellner war einer von ihnen. 1985 zog er als Alois I. durch die Straßen der Stadt. Einmal Prinz zu sein, das war ein Herzenswunsch. Für den gebürtigen Kölner, der seit 60 Jahren in Rheindorf lebt, hätte es natürlich bestmöglichst das Narrenoberhaupt in der Domstadt sein sollen, das aber verhinderte ein Umstand: „Das kann man sich nicht leisten“, betonte der 81-Jährige.

Für den Mann, der seit Kindheitstagen das närrische Treiben verfolgt, miterlebt und gestaltet, hat sich der Karneval verändert. Das Traditionelle sei mehr und mehr durch Party ersetzt worden. Das sei zwar schade, aber auch nicht unbedingt schlimm. So wurde auch die Jubiläumssitzung lauter als es die Burgknappen im Normalfall pflegen.
Denn im November hat sich die Flüstersitzung etabliert, im Januar gibt‘s das Redner-Frühshoppen – die Karnevalisten versuchen neue Wege zu gehen.