Leverkusen: Rheindorf drängt, Küppersteg nicht

Leverkusen: Rheindorf drängt, Küppersteg nicht

Die Bauverwaltung legt eine Prioritätenliste für Ausbau der P+R-Anlagen vor.

Der Ausbau der Park & Ride-Anlagen im Stadtgebiet bleibt politisch umstritten. Für die einen sind sie willkommene Entlastung des Straßenverkehrs und Anreiz, aus den Randlagen der Stadt, den öffentlichen Nahverkehr in Richtung City zu nutzen. Kritiker verweisen jedoch auf eine mögliche Zunahme des Verkehrs im Umfeld der Park & Ride-Anlagen selbst. Dadurch werde der eigentliche Nutzen des Umstiegs auf den öffentlichen Nahverkehr relativiert, heißt es in einer Verwaltungsvorlage für den gestrigen Bauausschuss. "Die vorhandenen P+R-Anlagen in Leverkusen sind sehr gut ausgelastet bzw. zum Teil überlastet, sodass grundsätzlich die Erweiterung und Vergrößerung bestimmter Anlagen als sinnvoll erscheint", heißt es in dem Papier des Baudezernats weiter. Wo genau es Sinn macht und wo eher nicht, wird ebenfalls ausgeführt.

S-Bahnhof, Rheindorf: Dort gibt es derzeit 106 Stellplätze. Im Zuge einer Fahrplanänderung werde der S-Bahnhof auch in den Abendstunden und an Wochenenden vermehrt angefahren. Einer Untersuchung zufolge ist die Anlage komplett ausgelastet, rund 50 Fahrzeuge weichen ins Wohngebiet an der Okerstraße aus. Die Anlage selbst lässt sich nicht erweitern. Doch gibt es städtische Flächen in der Nähe, die an Kleingärtner verpachtet sind. Die Pachtverträge müssten für den Fall einer Erweiterung gekündigt werden, so die Bauverwaltung. Priorität: vordringlich.

Endhaltestelle Linie 4, Schlebusch: Die Anlage am südlichen Ortseingang hat 80 Plätze. Sie ist an Werktagen nahezu vollständig belegt und werde überwiegend von Autofahrern genutzt, die durch Leverkusener Stadtgebiet fahren, um in Schlebusch in die Linie 4 umzusteigen. Eine Steigerung der Attraktivität der Anlage könne allerdings dazu führen, dass sich der Verkehr in Leverkusen, insbesondere Schlebusch, erhöhe, so das Papier. Eine zweite Anlage am Nittumer Weg würde den Parkdruck im angrenzenden Wohngebiet zwar reduzieren. "Vor dem Hintergrund der noch offenen Entscheidung, ob die Stadtbahnlinie 4 auf Leverkusener Stadtgebiet verlängert wird, ist eine Aufstockung der jetzigen P+R-Anlage zum jetzigen Zeitpunkt nicht zielführend." Priorität: vordringlich.

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Bahnhof Schlebusch: Die Anlage hat 43 Plätze. Sie ist werktags ab 7 Uhr nahezu vollständig belegt. Inden Nachtstunden wird sie zu 40 Prozent von Anwohnern genutzt, der Anteil reduziert sich tagsüber auf 30 Prozent. Es sollen Möglichkeiten geprüft werden, die Flächen für Pendler freizuhalten. Auf der Rückseite des Bahnhofs soll im Rahmen eines Bebauungsplans eine neue P+R-Anlage die derzeitigen Parkflächen ersetzen. Priorität: mittelfristig.

Bahnhof Opladen: Der Bahnhof Opladen werde durch die fertiggestellte P+R Anlage auf der Ostseite mit 160 Plätzen "eine attraktive Fläche für Pendler", so die Bauverwaltung. Eine Erweiterung sei "nicht zielführend, da eine Verkehrszunahme im Innenstadtbereich von Opladen zu erwarten wäre". Priorität: langfristig.

Bahnhof Küppersteg: Die Anlage hat 160 Plätze. Einer Untersuchung zufolge waren selbst im verkehrsreichen Monat November jeweils um 9 Uhr "zwischen 7 und 16 Plätze frei". Aufgrund dieser Auslastung sei eine Erweiterung nicht erforderlich, so die Bauverwaltung. Priorität: langfristig.

(bu)