Leverkusen/Köln Rhein: Auto mit Leiche geborgen
Leverkusen/Köln · Statt des Autos, das zwei Mettmanner am Dienstag im Rhein versenkt hatten, fanden die Helfer am Donnerstag erstmal einen anderen Wagen. Darin entdeckten sie eine Leiche. Pkw und Halter waren seit 2006 als vermisst gemeldet.
November 2010: Leiche bei Bergung in Rhein gefunden
Eigentlich waren Wasserschutzpolizei, Feuerwehr und etliche Taucher Donnerstagvormittag im Rhein nur auf der Suche nach dem Auto, mit dem zwei Mettmanner (61/36) am Dienstagabend an der Hitdorfer Fähre bei Nebel im Rhein gelandet waren. Das fanden sie zunächst nicht, dafür aber einen anderen Wagen — und darin eine Leiche.
Zwei Stellen zur Auswahl
Schon am Mittwoch hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt den Fluss von einem Schiff aus per Echolot abgesucht, was sich allerdings schwierig gestaltete, weil "jeder Steinhaufen das gleiche Echo gibt wie ein Auto", erklärte Experte Rolf Nagelschmidt unserer Redaktion. Am Abend waren sie immerhin so weit, dass sie zwei Stellen ausfindig gemacht hatten, an denen sie den versunkenen Opel Vectra vermuteten. Die waren aber sehr tief (vier und sechs Meter), die Strömung für die Taucher war zu stark.
Donnerstag Morgen ging's von Neuem los. Taucher gingen im Strömungs-Schutz eines Fünf-Meter-Schildes an der ersten der beiden möglichen Stellen unter Wasser, befestigten Ketten an den Achsen des Autos. Ein Bagger zog das Gefährt aus dem Rhein.
Doch als das Auto aus dem Wasser auftauchte, trauten die Männer ihren Augen nicht: Es war der falsche Wagen. Gesucht wurde nach einem Opel Vectra, herausgefischt worden war aber ein dunkelblauer Golf. Dann die grauenhafte Entdeckung: Die Windschutzscheibe ist eingeschlagen, der Wagen voller Schlamm — und auf dem Fahrersitz ein Toter.
Sofort wird die Polizei alarmiert, schnell wissen die Beamten: Sowohl das Fahrzeug als auch dessen Halter sind seit 2006 als vermisst gemeldet. Der 53-Jährige hatte bis dahin in einem Mehrfamilienhaus am Kölner Stadtrand gewohnt. "Das Auto wurde sichergestellt und in den nächsten Tagen kriminaltechnisch untersucht", erklärte Polizei-Sprecher Lutz Flaßnöcker. Erste Vermutungen, der Mann sei in Suizidabsicht in den Rhein gefahren, bestätigte die Polizei gestern am Donnerstag nicht. Auch über den Fundort der Leiche im Auto gab es Irritationen. "Mehr dazu wird sich im Laufe der weiteren Ermittlungen herausstellen."
Zweites Auto auch noch geborgen
Das andere Auto, nach dem die Experten eigentlich gesucht hatten, wurde dann auch noch gefunden: Gegen 13.20 Uhr meldeten die Taucher, das Wrack liege 10 Meter von der Fähr-Rampe entfernt, über die die beiden Mettmanner am Dienstag ungebremst in die kalten Fluten gerast waren. Auch dieser Wagen, ein lilafarbener Opel, wurde um 14.45 Uhr geborgen. Rolf Nagelschmidt vom Wasser- und Schifffahrtsamt: "Die Kosten, schätzungsweise 10 000 Euro, trägt der Halter des Fahrzeugs — das war ja seine eigene Dusseligkeit."