Thema Neue Regierung In Nrw: Reul Minister, Mathies Staatssekretär

Thema Neue Regierung In Nrw: Reul Minister, Mathies Staatssekretär

Der eine kommt aus Leichlingen, der andere sorgt als Kölner Polizeipräsident in Leverkusen für Sicherheit. Herbert Reul und Jürgen Mathies erhalten beide Regierungsämter im neuen Kabinett.

"Für Leichlingen in Europa" - mit diesem Slogan hatte Herbert Reul im Europawahlkampf noch geworben. Jetzt steht fest: Der Arbeitsort des bergischen CDU-Spitzenpolitikers ist künftig nicht mehr Brüssel oder Straßburg, sondern Düsseldorf. Die Familie stehe voll hinter seiner Entscheidung. Und in einem Punkt werde sie wohl sogar gegenüber der EU-Zeit profitieren, sagt Reul: "Ich bin künftig vermutlich mehr zu Hause."

Dass der 65-jährige Leichlinger den Job gut ausfüllen wird, davon ist sein politischer Weggefährte Rainer Deppe überzeugt: Die Berufung sei eine "großartige Nachricht für die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis", sagte der Landtagsabgeordnete. Reul sei erfahren und durchsetzungsstark. "Das kann für die Sicherheit im Land nur gut sein."

Reul selbst wiederum lobt seinen künftigen Staatssekretär - den Kölner Polizeipräsidenten Jürgen Mathies. "Diese Berufung", sagte Reul gegenüber unserer Redaktion, "ist sowohl für mich als auch für das Land NRW ein absoluter Glücksfall."

Sein 2003 angetretenes Amt als CDU-Bezirksvorsitzender will der Christdemokrat, der seine politische Karriere einst 1975 im Leichlinger Stadtrat begann, übrigens behalten. Und auch den Focus von Europa zurück auf NRW zu richten, dürfte ihm nicht schwerfallen. Von 1991 bis 2003 war er Generalsekretär der CDU NRW, seit 1987 Mitglied des Landesvorstands der Partei. Eine seiner Stärken ist das verständliche Aufbereiten komplexer Sachverhalte. Da wirkt sein "bürgerlicher Beruf" vermutlich bis ins Ministeramt nach: Von 1981 bis 1985 arbeitete Herbert Reul nämlich als Lehrer.

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Jürgen Mathies Polizeipräsident Jürgen Mathies (56) verlässt das Präsidium Köln, das auch für Leverkusen zuständig ist. Der neue Ministerpräsident Armin Laschet gab gestern bekannt, den Polizeichef zum Staatssekretär in das Innenministerium zu berufen. Voraussichtlich werde Mathies seinen Schreibtisch im Kölner Präsidium bereits in der kommenden Woche räumen, sagte ein Polizeisprecher. Sein Stellvertreter Dr. Manuel Kamp übernimmt die Geschäfte, "bis ein Nachfolger benannt und ernannt ist", so der Polizeisprecher.

Jürgen Mathies soll den neuen Innenminister als Staatssekretär unterstützen. (Archivbild) Foto: dpa, obe fdt

"Köln ist der Inbegriff für Weltoffenheit und Toleranz. Diese Eigenschaften und Freiheiten können aber nur dann Bestand haben, wenn sie in Sicherheit gelebt werden können. Ich hoffe, dass ich dazu meinen Beitrag geleistet habe", sagt Mathies. Seit seinem Amtsantritt hatte sich Mathies insbesondere für eine deutliche Erhöhung der polizeilichen Präsenz und die Videobeobachtung in der Kölner Innenstadt eingesetzt. Sein vornehmliches Ziel war es, verloren gegangenes Vertrauen in die Polizei Köln zurückzuerlangen. Außerdem liegt ihm die Bekämpfung der zunehmenden Gewalt gegen Polizeibeamte am Herzen. "Ich verurteile jede Respektlosigkeit, jede Gewalttat, die sich gegen jede einzelne Kollegin und jeden einzelnen Kollegen richtet", so Mathies. Zuletzt hatte er in Leverkusen für positive Aufmerksamkeit gesorgt, als er einen Rückgang der Einbrüche um 67 Prozent im Vier-Monats-Vergleich zum Vorjahr bekanntgab.

Jürgen Mathies war am 20. Januar 2016 vom damaligen Innenminister Ralf Jäger zum Kölner Polizeipräsidenten ernannt worden. Zuvor hatte er das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg geleitet. Mathies hatte den glücklosen Wolfgang Albers abgelöst, der nach den massenhaften Übergriffen in der Kölner Silvesternacht seinen Hut nehmen musste.

"Ich muss mich nun auf ein ganz neues Aufgabengebiet vorbereiten und einstellen. Ich werde mich auch weiterhin intensiv mit Themen der Inneren Sicherheit auseinandersetzen", sagt Mathies. "Es wird in den nächsten Jahren darum gehen, die Polizei NRW fortzuentwickeln. Dabei werde ich Köln und Leverkusen, deren Bürgerinnen und Bürger sowie ,mein' Polizeipräsidium Köln ganz besonders im Auge behalten."

(RP)
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