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Reserveflächen für Bauland in Leverkusen sind knapp

Wohnungsmarktbericht 2020 für Leverkusen : Reserveflächen für Bauland sind knapp

Der Leverkusener Wohnungsmarkt bleibt laut Bericht der Bauplanung weiterhin angespannt. Es fehlt vor allem an preiswerten Mietwohnungen.

Am Wohnungsmarkt ist auch mittelfristig keine Entspannung in Sicht. Vor allem preiswerte Mietwohnungen bleiben stark gefragt.  „Der Leverkusener Wohnungsmarkt ist mit Ausnahme des oberen Mietpreissegments angespannt bis sehr angespannt“, heißt das Fazit des städtischen Wohnungsmarktberichts 2020, der jetzt vorliegt.  „Diese Anspannung wird in den nächsten Jahren für das preiswerte Mietsegment bestehen bleiben und sich noch womöglich auch durch die Folgen der Corona-Pandemie verschärfen.“

Auf 54 Seiten skizziert der Fachbereich Bauplanung der Stadtverwaltung die aktuelle Lage am Immobilien- und Wohnungsmarkt. Demnach sinkt zwar die Zahl der Einwohner im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr leicht, doch bleibt der Zuzug vor allem aus Köln ungebrochen. Mit 161 Zugezogenen fällt er aber geringer aus als in den Vorjahren. Der Wohnungsbedarf vor allem bei kleinen (ein und zwei Personen) und preiswerten Wohnungen ist weiter hoch. 

Ende 2019 gibt es in Leverkusen 83.586 Wohnungen, das ist ein Zuwachs von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Baugenehmigungen (2019: 725; 2018:  35) ist enorm gestiegen und erreicht  den höchsten Wert seit mehr als 20 Jahren.

Die Baulandpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind in 2019 um rund vier Prozent gestiegen. Für gute Lagen wurden 2019 rund 400 Euro/Quadratmeter bezahlt, für einfache Lagen 300 Euro. Bauflächen für den Geschosswohnungsbau und gemischt genutzte Bauten sind um 15 Prozent teurer. Gebrauchte Einfamilienhäuser werden im Schnitt rund zehn Prozent teurer. Die Preise für Eigentumswohnungen sind um 14 Prozent  (gebrauchte Eigentumswohnungen; 3360 Euro/Quadratmeter) und vier Prozent (Neubauten; 4260 Euro) gestiegen.

Die durchschnittliche Nettokaltmieter erhöhte sich in Leverkusen von 7,91 Euro/Quadratmeter (2018) auf 8,19 Euro (2019). Der Bestand an geförderten Wohnungen beträgt Ende 2019 5269 Wohnungen (Miete und Eigentum) und hat gegenüber 2018 um 30 Wohneinheiten zugelegt. Aktuell sind 5,9 Prozent des mehrgeschossigen Wohnungsbestandes öffentlich geförderte Mietwohnungen. Damit ist der Wert gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil.

Nach den Berechnungen zum Wohnungsbauprogramm 2030+ müssten bis 2035 jährlich 520 Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf decken zu können. Das bedeutet für die Stadt einen Flächenbedarf an Wohnbauland von mindestens 174 Hektar. „Vor dem Hintergrund wachsender Einwohnerzahlen und damit anhaltender Wohnungsbedarfe werden die vorhandenen Reserveflächen des Flächennutzungsplans voraussichtlich nicht ausreichen“, heißt es im Bericht weiter.