Leverkusen: "Remigius" ist bei Prothesen-OPs ausgezeichnet

Leverkusen : "Remigius" ist bei Prothesen-OPs ausgezeichnet

In nur vier Monaten erfüllte das Opladener Krankenhaus den Kriterienkatalog der Gesellschaft für Orthopädie und sicherte sich so das Gütesiegel "EndoProthetikZentrum". 2012 wurden im Remigius 600 Gelenkimplantate eingesetzt.

Wenn es nach dem Satz "Alles, was Spaß macht, hält jung" von Schauspieler Curd Jürgens geht, werden Senioren immer jünger. "Viele Menschen wollen auch im Alter von 75 Jahren noch den 18-Loch-Golfplatz bespielen können oder mit 80 noch täglich 25 Kilometer Radfahren", sagt Dr. Ralf Decking, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St-Remigius-Krankenhaus. "Im Vergleich zu vor 20 Jahren sind die Ansprüche an die eigene Mobilität gestiegen." Wenn die aus eigener Kraft aber nicht mehr so funktioniert, wie der Geist es wünscht, müssen Decking und seine Kollegen ran, weil unter Umständen eine neue Hüfte oder ein neues Knie dem Patienten helfen kann, seinen Traum von der eigenen Mobilität wieder zu leben.

600 Prothesen setzten die Experten vom Remigius-Krankenhaus im vergangenen Jahr ein, am häufigsten seien Hüft- und Knieimplantate sowie Hüftprothesenwechsel, weil die Implantate nach 20 Jahren gelockert haben. Nach oben bestehe noch Spielraum für weitere Operationen, "aber nur, wenn es angezeigt ist. Wir achten sehr darauf, ob solch ein Eingriff für den Patienten das Richtige ist", betont Decking.

Unter anderem diese Sorgfalt im Umgang mit Patienten brachte dem Haus jetzt ein besonderes Qualitätssiegel ein. Das Remigius-Krankenhaus ist "EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung" — das Einzige zwischen Köln und Düsseldorf, im Bergischen und im Ruhrgebiet.

Um dieses höhere der beiden möglichen Qualitätssiegel der deutschen Gesellschaft für Orthopädie (in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik und dem Berufsverband der Orthopäden) zu bekommen, musste das Krankenhaus einen 140 Punkte umfassenden Kriterienkatalog erfüllen. "Normalerweise haben die Einrichtungen ein bis zwei Jahre dafür Zeit, weil wir aber an der Pilotphase teilgenommen haben, bekamen wir den Katalog erst vier Monate vor der Zertifizierung", erzählte Katja Badekow, Beauftragte für Qualitätsmanagement im Remigius. Ärzte, Pflegepersonal und alle übrigen Beteiligten hätten aber nicht bei Null anfangen müssen, sondern "konnten auf unserem schon hohen Standard aufbauen", ergänzte Krankenhaus-Direktor Frank Dünnwald. Die Klinik kooperiert mit Sanitätshäusern, Orthopädietechnikern und Gefäßchirurgen. Zudem arbeitet der "Maximalversorger" Remigius-Krankenhaus auch mit Häusern zusammen, die als "Basisversorger" eingestuft sind, weil sie etwa weniger als mindestens 200 endoprothetische Operationen pro Jahr vornehmen oder andere Kriterien nicht aus dem Katalog nicht erfüllen. "So kann es vorkommen, dass beispielsweise schwierigere Operationen von dort an uns überwiesen werden", erläutert Badekow. Jeder der drei Hauptoperateure auf dem Gebiet der Endoprothetik im Remigius absolvierte laut Decking im vergangenen Jahr weit über 100 solcher ein bis eineinhalbstündigen Eingriffe. Bei jeder endoprothetischen OP, so sieht es das Zertifikat vor, muss ohnehin ein Hauptoperateur anwesend sein.

Zur Ausstattung, die für ein solches Qualitätszertifikat nötig ist, zählen auch eine Intensivstation und radiologische Voraussetzungen, wie die Möglichkeit, vor einer OP das Gelenk so zu röntgen, dass die Ärzte sehen, wie das Implantat anzupassen ist, ergänzte Badekow.

Drei Jahre gilt das neue Gütesiegel, das Patienten Sicherheit über die Qualität der Einrichtung geben soll und Nachwuchsmediziner ans Krankenhaus locken wird, "aber eine jährliche Überprüfung ist Pflicht", betont Decking. "Wir wissen jetzt schon, dass Ende des Jahres die externen Prüfer kommen."

(RP/ac)
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