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Realschul-Halle Opladen: Politik will Neubau

Gebäude ist stark sanierungsbedürftig : Realschul-Halle Opladen: Politik will Neubau

Auch die Stadtverwaltung tendiert zum Neubau, der voraussichtlich gut eine Million Euro teurer ist als eine grundlegende Sanierung.

Die Sporthalle auf dem Grundstück Wiembachallee der Theodor-Heuss-Realschule – der einstigen Fröbelschule – muss dringend saniert werden. Die Verwaltung hat zwei unterschiedliche Vorschläge ausgearbeitet: einerseits gründliche Sanierung mit Anbau einer weiteren Turnhalle, andererseits Rückbau und Abriss mit Neubau einer dringend benötigten Dreifeldsporthalle. Die Politik favorisiert den Neubau und ist sich darin mit der Verwaltung einig. Das wurde bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung deutlich. Lediglich Benedikt Rees (Klimaliste) votierte für eine Sanierung.

Michael Molitor, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, betonte: „Mit Sanierungen hatten wir bisher überwiegend negative Erfahrungen. Am Ende war es immer teurer. Die Risiken bei Altbauten sind nicht zu unterschätzen.“ Markus Pott (Opladen Plus) kommentierte: „Beim Neubau sollte unbedingt an Schallschutz gedacht werden, damit Anwohner auch abends mit dem Sportbetrieb leben können.“

Die Einschätzung der Fachleute über eine Instandsetzung der Halle lautet: „Auch nach umfassender Sanierung und Modernisierung der Bestandshalle gemäß Variante A werden die Anforderungen an die Funktionalität, den erforderlichen Flächenbedarf nach DIN und die Gleichwertigkeit in Bezug auf einen dem aktuellen technischen, betriebswirtschaftlichen und damit ökonomisch und ökologisch nachhaltigeren Standard entsprechenden Neubau nicht erreicht.“ Und weiter: „Eine derart umfangreiche und komplexe Sanierung im Bestand ist darüber hinaus immer mit baulichen, finanziellen und zeitlichen Risiken in der Umsetzungsphase verbunden.“

Auf Basis der Machbarkeitsstudie plädiert die Stadtverwaltung deshalb klar für den Neubau. Werden beide Varianten miteinander verglichen, sprechen sämtliche relevanten Kriterien ebenfalls dafür. Alleine die Tatsache, dass eine Sanierung voraussichtlich sechs Jahre dauern würde, noch dazu bei laufendem Schulbetrieb erforderlich wäre. In dieser Zeit müssten alle Betroffenen – auch Anwohner – mit erheblichen Einschränkungen und Belastungen rechnen.

Der Neubau wäre rund zehn Monate schneller hochgezogen. Dazu kommt die Kostendifferenz: Die Ausgaben für Sanierung- und Neubau der Variante A  – der Sanierung  – werden nach grober Schätzung mit etwa sieben Millionen Euro beziffert. Die Kosten der Neubau-Variante B liegen bei voraussichtlich  acht Millionen Euro.

Für eine Nutzung über den Sport hinaus besteht aus Sicht der Schulen und der Schulverwaltung jedoch kein unmittelbarer Bedarf, zumal mit dem geplanten Sporthallenneubau auf dem Areal der neuen Bahnstadt schon eine Mehrzwecknutzung – eben auch für Festlichkeiten, Karnevalssitzungen und Co.– im Stadtteil Opladen verbunden sein wird. 

Die weitere Umsetzung der Maßnahme an der Theodor-Heuss-Schule ist sowohl abhängig vom Erfolg der laufenden Stellenbesetzungen beim Fachbereich Gebäudewirtschaft als auch der weiteren Etatisierung der finanziellen Mittel für Sanierung oder Neubau in späteren Jahren, heißt es von der Stadt. Denn aktuell sind für den städtischen Haushaltplan 2021 und 2022 nur die Planungsmittel jeweils in Höhe von 300.000 Euro angemeldet.