Leverkusen: (Rat-)Hausmacht für Dieter III.

Leverkusen : (Rat-)Hausmacht für Dieter III.

Ein Spion sei er, der die Rathaus-Übernahme von langer Hand geplant habe – so begrüßte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn Prinz Dieter III. (März) Freitag. Der versprach schon jetzt einen kräftigen Rathaussturm.

Ein Spion sei er, der die Rathaus-Übernahme von langer Hand geplant habe — so begrüßte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn Prinz Dieter III. (März) Freitag. Der versprach schon jetzt einen kräftigen Rathaussturm.

Der erste Schritt wäre also schonmal geschafft. Offiziell in Amt und Würden ist Prinz Dieter III. (März) zwar noch nicht. Doch jetzt gibt es kaum noch ein Zurück. Freitag wurden das närrische Oberhaupt, seine Pagen Melissa Hahmann und Nadine Mischke sowie die Adjutanten Reiner Linnesch und Hans-Dieter Michely im Audi-Zentrum am Willy-Brandt-Ring den Abgeordneten sämtlicher Leverkusener Karnevalsgesellschaften erstmals offiziell vorgestellt.

Zurück will die designierte Tollität ohnehin nicht mehr. Dafür freut er sich nach eigenem Bekunden zu sehr, "viel Spaß in die Säle zu bringen und selber Spaß zu haben". Schließlich sei es schon als Kind sein Traum gewesen, "eimol Prinz ze sin". Dass genau dieser Titel bei seinem Abmarsch von der Bühne von DJ Wilfried Breuer eingespielt wurde, schien er Freitag aber nicht zu registrieren.

Dazu war er (noch) viel zu aufgeregt. Bemerkbar machte sich dies durch die Art, wie er seine vorbereitete Rede ablas, nachdem er — begleitet von lautem Lachen — einen roten Clowns-Hut und den Rathaus-Schlüssel aus den Händen von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn erhalten hatte.

Seine Strategie verrät er nicht

Das Stadtoberhaupt hatte den "Neuen" zuvor in einer humorigen Ansprache begrüßt und als "heißes Eisen" bezeichnet, das in Wahrheit ein Spion sei und von langer Hand geplant habe, die Macht im Rathaus an sich zu reißen. "Das wird ein spezieller Karneval", vermutete der Buchhorn. Seine Strategie werde er noch nicht verraten, konterte Prinz Dieter beim Sessionsauftakt.

Er verspreche aber schon jetzt, das Stadtoberhaupt werde beim Rathaussturm "vor Schreck nicht nur weglaufen, der wird wegfliegen". Und er freue sich nicht nur auf seine Proklamation, sondern auch auf den Straßenkarneval und hoffe, "dass uns dann fünf Tage lang nur die Sonne lacht".

Bei allem Ernst und allen Problemen, mit denen sich die Stadt in den kommenden Jahren auseinandersetzen müsse, gelte es, die fünfte Jahreszeit zu nutzen, um den Alltag vorübergehend zu vergessen. Zum Schluss seiner Ansprache dankte Prinz Dieter besonders seiner Frau Gaby, die ihm in den nächsten Monaten der wichtigste Anker sein werde.

Vor diesem ersten lustigen Wortgefecht zwischen Stadt- und Narrenchef hatten die versammelten Karnevalisten zwei Stunden lang Gelegenheit, sich warm zu schunkeln: Animiert wurden sie dazu zum Beispiel beim Auftritt des Stadtgarden-Tanzpaares Patrick und Alina Recktenwald, eines Herren-Balletts aus Ratingen und durch die heiteren Melodien der Gruppe "De Buure". Auf Geheiß von FLK-Präsident Uwe Krause riefen dann alle Gäste gemeinsam pünktlich um 11.11 Uhr das erste "Leverkusen Alaaf" aus.

(kno)
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