Leverkusen: Raststätte Bürgerbusch: Land übt Kritik und lässt doch planen

Leverkusen: Raststätte Bürgerbusch: Land übt Kritik und lässt doch planen

Das Land NRW treibt eine mögliche Autobahn-Raststätte "Leverkusen-Alkenrath" im Leverkusener Bürgerbusch in seinen Planungen voran - und beurteilt den Standort gleichzeitig kritisch, je nachdem, welche Behörde man gerade fragt.

Wie das aussieht? Ganz einfach: In einer Antwort auf eine Anfrage der CDU, die heute in der Verkehrskommission des Regionalrates bei der Bezirksregierung Köln behandelt wird, betont die Landesbehörde wörtlich: "Im Fall des Standortes für den Bau einer Tank-/ Rast-/ PWC-Anlage im Bereich des Waldgebietes Bürgerbusch sind Waldflächen in einem Landschaftsschutzgebiet betroffen. Diese Standorte sind aus Sicht der Bezirksregierung als Höhere Naturschutzbehörde kritisch zu sehen, da der gesamte Waldbereich sowohl für die Erholungsnutzung der Leverkusener Bevölkerung und für das Stadtklima der Industriestadt Leverkusen als auch für den Artenschutz sehr wertvoll ist."

So weit, so deutlich: Gleichzeitig hat jedoch die Planungsgesellschaft Deges, die Bund und zwölf Bundesländern gehört, im Auftrag NRWs nach längerer Suche "Leverkusen-Alkenrath" als möglichen Standort für die Rastanlage ausgemacht. Und damit ist der Bürgerbusch wieder im Spiel.

Wie Deges-Vertreter Karl-Heinz Aukschun in der jüngsten Sitzung des Leverkusener Bauausschusses vorstellte, können sich die Planer in Höhe des Streckenkilometers 400 die Rastanlage "Leverkusen-Alkenrath" durchaus vorstellen, und zwar im Mischwaldgebiet des Bürgerbuschs.

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Die nächsten Häuser stünden in Fahrtrichtung Köln in 200 Metern Entfernung, in Fahrtrichtung Dortmund in 300 Metern, heißt es. 130 Meter entfernt befinde sich das Naturschutzgebiet "Bachaue des Bürgerbuschbaches".

Außerdem ist Leverkusen noch ein zweites mal im Rennen: In Höhe des Streckenkilometers 398,5 an der A 1 hat Deges das Landschaftsschutzgebiet "Ölbachtal und Wiehbachtal" unter die Lupe genommen. Ebenfalls schon etwas konkreter. Dort lägen die Fläche rechts und links der Autobahn 120 Meter von den nächsten Häusern entfernt, hätten nur wenig Wald, könnten auch noch weiter ausgebaut werden und böten Platz für 50 Lkw- und 20 Pkw-Stellplätze je Fahrtrichtung, teilte Deges-Vertreter Aukschun im Ausschuss mit.

Die Entscheidung für eine Fläche ist noch nicht gefallen. Gemessen an den Investitionskosten betrachtet die Deges den Standort "Leverkusen-Alkenrath" als "eher besser", den Standort "Leverkusen Ölbachtal und Wiehbachtal" als "eher schlecht". Nach Ansicht der Verkehrsplaner ist es höchste Zeit, zusätzliche Parkplätze für Lkw-Fahrer auf dem Streckenabschnitt zwischen Burscheid und dem Kreuz Leverkusen zu schaffen, zumal durch den Ausbau der A 3 zwischen Köln und Leverkusen der Rastplatz "Tilsit" weggefallen ist.

(RP)