Wupsi verleiht bald Fahrräder : Radeln mit Spaß und gutem Gewissen

Das neue Fahrradverleihsystem der Wupsi startet im Frühjahr mit 300 Rädern an 40 Stationen. Covestro ist Sponsor.

Im Frühjahr 2019 geht es los: 300 Leihfahrräder sollen dann an 40 Stationen im Stadtgebiet verfügbar sein. Mit ihrer Hilfe wollen das Verkehrsunternehmen Wuspi  und die Stadt den Nahverkehr attraktiver machen und weiter voran bringen. 150.000 Euro hat die Stadt dazu bereit gestellt. Weiteres Geld kommt vom exklusiven Sponsor Covestro, der sich auf drei Jahre verpflichtet hat.

„Das Engagement von Covestro ist bundesweit einmalig“, sagte  Marco Weigert vom Fahrradverleiher „nextbike“, den die Wupsi nach einer europaweiten Ausschreibung für eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren als Partner ins Boot geholt hat. „nextbike organisiert den Verleih, kümmert sich um Betrieb, Logistik und Abrechung. Das Unternehmen, das seine mit einem GPS-Sender ausgestatteten Aluräder in Leipzig selbst herstellt, betreibt inzwischen weltweit 200 Verleihsysteme in 27 Ländern, darunter in Aserbaidschan, in der Türkei, in England und in den USA.

Fahrradverleihsysteme, insbesondere wenn sie in Ergänzung zum Nahverkehr betrieben werden, blieben weltweit ein Zuschussgeschäft, sagt Weigert. Doch können sich die Nutzerzahlen hier und dort bereits sehen lassen. So registrierte „nextbike“, in der Nachbarstadt Köln, wo das System seit vier Jahren läuft, 3,3 Millionen Fahrten. Tendenz steigend: Allein 2018 ware es bisher 1,3 Millionen Fahrten.

Für Daniel Koch, NRW-Standortleiter bei Covestro,  passt die Partnerschaft  perfekt in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. „Leverkusen ist unsere Heimat, die meisten Mitarbeiter arbeiten hier.“ Auch sie könnten das Fahrradverleihsystem nutzen. Und: „Radeln macht Spaß und bereitet ein gutes Gewissen.“

Baudezernentin Andrea Deppe und Wupsi-Chef Marc Kretowski betrachten das neue Fahrradverleihsystem als wichtigen Baustein im Mobilitätskonzept und weiteren Schritt zur größerer Angebotsvielfalt im Verkehrsunternehmen. „Mit dem Leihfahrrad kann die letzte Meile der Wegekette individuell und schnell gemeistert werden“, sagt Kretowski. Nachdem die Wupsi jahrzehntelang auf den Busverkehr gesetzt habe, ändere sich nun der Trend zu einem neuen Mobilitätsbedürfnis der Kunden. Das im vergangen Jahr gemeinsam mit Ford eingeführte Car Sharing weise in diese Richtung ebenso wie das Fahrradverleihsytem.

„Wir brauchen verstärkt Alternativen zum Pkw-Verkehr und möchten dass möglichst viele auf das Rad umsteigen“, sagt Deppe. „Wir wollen das Bild der Stadt verändern.“ Beiden ist bewusst, dass der Start im Frühjahr nur ein Anfang sein kann. Ziel sei es, das Angebot auf Sicht im Rahmen des Verkehrsverbunds mit den Rheinstädten enger zu vernetzen. In Köln und Bonn laufen bereits Fahrradverleihsysteme von „nextbike“, allerdings im größeren Format. In Köln sind 1500 Leihräder unterwegs, in Bonn 1000. Wegen des zunächst noch geringen Angebots sei in Leverkusen anders als in Köln ein freies Abstellen der Räder nach der Nutzung nicht möglich. Vielmehr ist hier das Ausleihen und Abgeben an die Stationen gebunden. Fest steht, dass es Stationen in den Zentren Wiesdorf, Opladen und Schlebusch geben soll, ebenso an den S-Bahnhöfen Rheindorf und Küppersteg.

Die robusten Aluräder sind durch ein einfaches Steckschloss gesichert. Die Verlustrate durch Diebstahl liegt nach Angaben von „nextbike“ bei drei bis vier Prozent im Jahr.