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Radio Leverkusen: 130.000 Euro für bessere Katastrophen-Berichterstattung

Nach Juliflut-Pleite : Radio Leverkusen: 130.000 Euro für bessere Katastrophen-Berichterstattung

Bislang mangelt es Radio Leverkusen an Kapazitäten, um im Notfall zuverlässig berichten zu können. Deshalb plädieren die Ratsfraktionen von SPD, CDU und FDP für einen jährlichen Zuschuss aus dem städtischen Haushalt.

SPD, CDU und FDP wollen Radio Leverkusen aus Haushaltsmittel unterstützen, vornehmlich um seine Einsatzfähigkeit im Katastrophenfall zu verbessern. Dafür sollen ab dem kommenden Haushaltsjahr jeweils bis zu 130.000 Euro aus dem städtischen Budget bereitgestellt werden. 

Vorsichtige Kritik an der Flutberichterstattung von Radio Leverkusen äußert die CDU. Radio Leverkusen ist seit Jahren Reichweiten-Spitzenreiter in der Stadt, sagt Stefan Hebbel, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. „Und trotzdem hatten wir in diesem Sommer eine Situation, in der wir uns gewünscht hätten, dass das Radio lokal auf Sendung geht“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Grundsätzlich sendet Radio Leverkusen in der Woche vier Stunden täglich ein Lokalprogramm und drei Stunden am Samstag. In den übrigen Zeiten läuft das zentrale Programm von Radio NRW.

„Bei aktuellen Ereignissen hat Radio Leverkusen die Möglichkeit, sofort aus dem Studio auf Sendung zu gehen und über das Ereignis aktuell und schnell zu berichten“, erklärt Milanie Kreutz, Vorsitzende SPD-Fraktion. „So lieferte Radio Leverkusen nach der Explosion im Entsorgungszentrum eine effektive und aktuelle Berichterstattung für die Bürger:innen ab.“ Im Kontrast dazu sei das Lokalradio während des Hochwasserereignisses nicht besetzt gewesen. „Statt eines lokalen Programms mit Informationen über die aktuelle Lage lief das zentrale Programm von Radio NRW. Genaue Informationen zum Hochwasser aus dem Stadtgebiet waren so über das Radio nicht zu bekommen.“

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„Auf unsere Nachfrage, wie es zu diesem Unterschied in der Berichterstattung kommen konnte, wurde auf die personelle Situation verwiesen.“, erklärt FDP-Fraktionschefin Monika Ballin-Meyer-Ahrens. „Am Abend des Hochwasserereignisses war kein Bereitschaftsdienst mehr vorhanden, sodass man nicht auf ein lokales Programm umschalten konnte.“ Beide Ereignisse zeigten, welch wichtigen Baustein Radio Leverkusen besonders in Ausnahmesituationen leisten könne. „Wir erwarten, dass Radio Leverkusen diese Aufgabe in Zukunft bei allen denkbaren Katastrophen, wie einem erneuten Hochwasser, einem Sturmereignis oder einem Großbrand, erfüllen kann“, erklären die drei Fraktionsvorsitzenden.

(bu)