1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Radfahrer-Schutz: Kurt Krefft vom ADFC Leverkusen fordert eine Wende in der Verkehrspolitik.

Unfallstatistik : ADFC: Mehr Schutz für Radfahrer

Kurt Krefft, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Leverkusen, reagiert auf die am Dienstag vorgelegte Unfallstatistik und fordert eine Wende in der Verkehrspolitik.

(cebu) Am Dienstag wurde die Unfallstatistik für 2019 vorgestellt. Fazit: Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern stieg mit 12,6 Prozent merklich an. Darauf reagiert jetzt der ADFC Leverkusen. „Diese Unfallzahlen sind erschreckend und machen traurig“, sagt Kurt Krefft, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC. Dass die Polizei mit regelmäßigen Aktionen für den Kopfschutz für Radler werbe, sei eine gute Sache. „Auch ich trage seit Jahren einen Fahrradhelm, der mir bei einem Alleinunfall lebensrettende Dienste geleistet hat“, berichtet Krefft.

Aber das alles sei zu kurz gegriffen. Krefft kritisiert, dass in der Unfallstatistik mit keinem Wort erwähnt würde, dass die Ursache vieler Radlerunfälle die mangelhafte oder auch nicht vorhandene Verkehrsinfrastruktur sei. „Da können sich die Radler mehrere Helme auf den Kopf setzen, es nützt ihnen nichts, wenn die Radwege marode, Asphaltflächen ausgebrochen, Wurzelaufbrüche vorhanden sind oder Dreck und Äste nicht regelmäßig entfernt werden.“

Die Radweginfrastruktur in Leverkusen sei gefährlich. Heute würden Radwege, die nicht mehr der Norm entsprechen, entwidmet und als Fußweg mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ gekennzeichnet. Der Radler kann dann entscheiden, auf den Gehweg zu wechseln oder weiter auf der Straße zu fahren. „Das ist insofern zu begrüßen, dass die Autofahrer den Radfahrer als weiteren, gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer erkennen können“, sagt Krefft.

Aber diese Gleichberechtigung sei noch nicht bei allen Autofahrern angekommen. Auf den Straßen würden Radfahrer bedrängt, handbreit mit hoher Geschwindigkeit überholt, „weggehupt“, beschimpft und im schlimmsten Fall sogar abgedrängt.

Ratschläge wie Helm tragen, mehr Reflektoren und höhere Bußgelder werden das Problem nicht lösen, ist Kurt Krefft überzeugt. „Es gilt, Verkehrsinfrastrukturen, die sich nur an den Autoverkehr orientieren, so zu verbessern, dass alle Verkehrsteilnehmer sich sicher im Straßenverkehr bewegen können.“

(cebu)