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Prozess um Scheckschusswaffe in Leverkusen

Amtsgericht : Geldstrafe für Schüsse aus der Schreckschusspistole

Ein 37-jähriger begleitete Silvesterfeuerwerk mit Schüssen aus einer täuschend echt wirkenden Waffe und landete deswegen vor dem Amtsgericht. Das beließ es bei einer Geldstrafe von 150 Euro.

Die Silvesternacht  zu 2019 beschäftigte jetzt, eineinhalb Jahre später, das Amtsgericht. Demnach soll ein 37-Jähriger laut Anklage in Leverkusen gegen 0.30 Uhr vor dem Haus mit einer Schreckschusspistole mehrfach in die Luft gefeuert haben. Diese täuschend echt aussehende Waffe rief Passanten auf den Plan, die die Polizei alarmierten. In einer schwierigen Verhandlung sprach das Gericht nun Recht. Erschwert wurde die Rechtsfindung  durch die sprachliche Barriere, die den Beschuldigten und das Gericht trennte. Einen Dolmetscher lehnte der Mann aber ab, da er für einen neuerlichen Termin nicht nochmals bei Gericht erscheinen wollte.

Bald schon wurde klar, dass der Angeklagte die Tat zugab – und die Waffe offenbar nicht wieder zurückhaben wollte. Warum er die Pistole überhaupt besaß, wurde nicht deutlich. Eine neue wolle er sich nicht zulegen. „Wenn es eine echte Pistole gewesen wäre, hätte ich nicht geschossen“, rechtfertigte er sich zudem. Die Öffnung des Laufs sei demnach geschlossen, es könne keine Patrone eingelegt werden und die Waffe daher auch nicht verlassen.

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So wollte der arbeitslose Mann und Vater dreier Kinder zunächst nicht wahrhaben, dass ihm nun eine Geldstrafe drohte. „Das machen viele, nur ich bin hier“, beschreib er er sein Unverständnis und jammerte, er habe nicht viel Geld und Kinder müssten versoorgt werden. „Bitte helfen Sie mir“, sagte er und schlug vor, die Strafe abzuarbeiten.

Das Gericht reagierte bestimmt und recht humorlos: für Hilfe sei es jetzt zu spät. Es erklärte sich aber bereit, die Sache gegen eine Geldstrafe in Höhe von 150 Euro einzustellen. Dem stimmte die Staatsanwaltschaft nach einem kurzen Telefonat zu.

Noch ein letztes Mal versuchte der 37-Jährige auf der Anklagebank mit einem charmanten Lächeln das Gericht umzustimmen und auf 100 Euro herunterzuhandeln – vergebens. „Wir sind hier auch nicht auf dem Basar“, betonte die Richterin mit Nachdruck.