Prozess um Don Mikel – Zeuge macht keine Aussage

Fortsetzung am Landgericht : Prozess um Don Mikel – Zeuge macht keine Aussage

Das erste Objekt, das der 54-jährige Immobilienunternehmer aus Bergisch Gladbach kaufte und Michael G. zur Nutzung überließ, war zugleich das Domizil des Don. Im Leverkusener Stadtteil Bürrig stand lange Zeit eine Ladenpassage nach der Insolvenz der Drogeriemarkt-Kette Schlecker leer.

Für den ehemaligen Benutzer ein Verlustgeschäft. Umso erfreuter war er, als sich eines Tages der Unternehmer aus Bergisch Gladbach meldete.

Was den ehemaligen Besitzer zum Verkauf letztlich bewogen hatte, wollte er vor Gericht nicht sagen. Weil gegen ihn ebenfalls ermittelt wird und ein Strafverfahren läuft, konnte er die Aussage verweigern. Dieses Recht hätten auch einige Handwerker für sich in Anspruch nehmen können. Doch sie wollten erklären, welche Arbeiten sie für „Don Mikel“ ausgeführt hatten. Weil diese Leistungen ausnahmslos in bar bezahlt wurden – wenn überhaupt –, bekamen es die Arbeiter ebenfalls mit den Ermittlern zu. Bei den umfangreichen Bargeldzahlungen geht das Finanzamt von Schwarzarbeit und Schwarzgeld aus.

Am Montag sagte auch ein Bankkaufmann eines Leverkusener Kreditinstituts aus, der fünf Kreditanträge des 54-Jährigen bearbeitet hatte. Damit wurden zunächst die Immobilie in Bürrig, später noch drei Objekte in Köln und Bergisch Gladbach sowie zwei Eigentumswohnungen kreditiert. Der 59-jährige entwickelte sich offenbar zum guten Kunden.

Soweit konnte das Geldinstitut nicht wissen, wer der Financier und spätere Nutzer ist, nämlich Michael G., wie es in der Anklage der Staatsanwaltschaft heißt. Denn der trat nicht nur als Bewohner auf, sondern beauftragte auch Handwerker mit umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten. 150.000 Euro wurden alleine für den Umbau des Ladens in ein luxuriöses Heims notwendig. Auch dafür wurde ein Kredit beantragt – und gewährt.

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