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Leverkusen: Protest gegen Bebauung Kämpchenstraße

Leverkusen : Protest gegen Bebauung Kämpchenstraße

Den Chefs der Ratsfraktionen flattert dieser Tage Post ins Haus von den Partnern im Gesundheitszentrum MediOP an der Birkenbergstraße. Ärzte, Apotheker und Physiotherapeut sind irritiert über die Bebauungspläne Kämpchenstraße.

Der Schock traf tief, als Apotheker Peter Siefen und Internist Dr. Martin Reuter vergangenen Donnerstag aus der Zeitung erfuhren, dass der Opladener Bauverein auf den Flächen der beiden städtischen Parkplätze an der Kämpchenstraße gerne Wohnungen bauen würde. "Das ist ein bedrohliches Szenario für uns", sagt Peter Siefen. "Nicht wegen der wenigen Ärzteparkplätze, die wegfielen, sondern wegen der extremen Einschränkung für die Patienten." Das kleine Gesundheitszentrum MediOp an der Birkenbergstraße frequentierten täglich mehrere Hundert Leute, um die Arztpraxen zu besuchen, die Apotheke oder den Physiotherapeuten. "Noch können sie das von den Parkplätzen an der Kämpchenstraße einigermaßen gut", sagt Siefen.

Er und Reuter erarbeiteten für die MediOp-Partner ein Schreiben an die Fraktionschefs. Darin heißt es: "Mit großer Besorgnis haben wir aus der Tagespresse von den Plänen zur Bebauung der Parkplätze in der Kämpchenstraße in unmittelbarer Nähe zu unserem Gesundheitszentrum MediOP zur Kenntnis genommen. Das stark frequentierte Gesundheitszentrum mit neun Ärzten in fünf Praxen, der Apotheke und der Physiotherapiepraxis versorgt täglich mehrere hundert Patienten, die aufgrund ihrer Krankheiten oft nur kurze Strecken zu Fuß gehen können. Für diese Menschen ist die gute Erreichbarkeit ihrer Ärzte/Apotheker/Physiotherapeuten, zu der natürlich auch eine nahegelegene Parkmöglichkeit gehört, äußerst wichtig. Das Parkhaus Kantstraße und der Opladener Platz sind für sie schon zu weit."

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Und: Die Verkehrsanbindung und gute Parkmöglichkeiten seien Teil der Geschäftsgrundlage für die Partner des Gesundheitszentrums, die zusammen mehr als 60 Mitarbeiter beschäftigten. "Dies gilt sicher auch für die vielen anderen Geschäfte in der Birkenbergstraße und der nahen Fußgängerzone", heißt es weiter. Die Parksituation sei ohnehin — unter anderem wegen der vielen Anwohner mit Parkausweisen — "angespannt", vor allem an Markttagen, wenn der Opladener Platz als Parkmöglichkeit wegfällt. Dann seien "die Parkplätze an der Kämpchenstraße unverzichtbar". Apotheker Siefen stellt im Gespräch noch einmal heraus, dass viele Patienten etwa des Venenfacharztes ohnehin mit dicken Verbänden zum Parkplatz humpeln müssten, dass Patienten der Lungenfachärzte mitunter schlecht Luft bekämen — " für diese Menschen ist ein weiter Weg zum Parkplatz eine nicht zumutbare Belastung." Marktplatz und Parkhaus Kantstraße seien da einfach zu sehr entfernt, "auch wenn es heißt, da wäre doch genug Parkraum vorhanden und die Plätze an der Kämpchenstraße könnten weg", fügt Siefen an.

Und: Nicht jeder stark Gehbehinderte bekomme gleich einen Ausweis, um auf einem Behindertenparkplatz den Wagen abzustellen. "Wir haben auf der Birkenbergstraße die Stadt schon um zwei Behindertenparkplätze gebeten. Das hat gut geklappt", erzählt der Apotheker. Er hofft im Namen aller Partner des MediOp dringend, "dass sich das Ganze noch stoppen lässt".

Im Schreiben an die Politik heißt es: "Wir möchten daher dringend an alle beteiligten Entscheidungsträger appellieren, andere Standorte für den sicher auch benötigten barrierefreien Wohnraum zu prüfen, bevor vollendete Tatsache geschaffen werden."

(RP)