Projekt gegen Mobbing an der Wuppermann-Schule

Projekt an der Wuppermann-Schule : „Bloggen, Chatten, Mobben?“ – Wo es Hilfe gibt

An der Theodor-Wuppermann-Schule hat sich die Film-AG mit dem Phänomen beschäftigt, das fast alle Jugendliche betrifft.

Vom Beschimpfen über Erpressen, Schlagen oder Treten: Mobbing ist an Schulen zu einem Massenphänomen geworden. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung fühlt sich jeder vierte Schüler im Alter von acht bis 14 Jahren an seiner Schule nicht sicher. Und das im gesamten Bundesgebiet. Grund genug, dass an der Manforter Theodor-Wuppermann-Schule, die Mitglied im Netwzerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist, das Thema heiß diskutiert und bearbeitet wurde.

Im vergangenen Schuljahr arbeitete die Film-AG an einem Projekt, zu dem die Jugendlichen einen schnellen Zugang fanden, da das Thema „Bloggen, Chatten – Mobben“ zu deren Lebensalltag gehört. Jetzt wurde der Film der Schule präsentiert. Die Schüler entwickelten ein Drehbuch, in dem zwei Freundinnen über eine Liebesgeschichte zu Feindinnen werden und eine „Täterin“ selbst zum Opfer einer Cybermobbingattacke wird.

Die Geschichte zeigt, wie schnell die jungen Leute durch Soziale Medien in Verruf kommen können und wie sehr sie unter dem Druck leiden. Abgerundet wird der rund 15-minütige Kurzfilm, der mit Einblendungen von Emoticons und audiovisuellen Plattformen und Direkt-Nachrichten-Diensten bei den Schülern gut ankommt, mit einem Interview mit Katja Weibert vom schulpsychologischen Dienst der Stadt Leverkusen.

„Es ist wichtig, den Schülern zu zeigen, welche Stellung sie in der Gesellschaft haben“, sagt sie. Mobber, sei es Cybermobbing oder in der Pause, besäßen keine Empathie. Es gäbe drei Gruppen von Mobbern: Menschen, die sich dadurch mächtig fühlen, andere zu diskriminieren, sei die erste Gruppe. Viele Mitläufer seien dabei, aus Angst, selbst einmal Mobbingopfer zu werden. Und dann gäbe es noch die dritte Gruppe. Opfer, die zu Tätern werden.

Gerade dieses Thema ist seit Ausstrahlung der umstrittenen, aber bei Jugendlichen beliebten Streaming-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ mehr in den Fokus gerückt. Selbstmord und Amoklauf sind die größten Übel, die darin auf Mobbing folgen. Damit dagegen präventiv vorgegangen werden kann, hilft der schulpsychologische Dienst. „Wichtig ist uns, dass die Opfer aus der Hilflosigkeit entkommen, wir gemeinsam nach Lösungen suchen und die Opfer selber etwas tun, um sich besser zu fühlen“, erläutert Weibert.

Zudem erklärt sie Schülern, welche Rechte sie am eigenen Bild haben. „Wer von Euch hat ein Smartphone?“, fragt sie. Fast alle strecken die Hände in die Höhe. „Und wer hat schon Fotos von anderen verschickt?“ Auch hier gehen fast alle Finger wieder hoch. „Jeder darf entscheiden, ob ein Foto von sich selbst an die Öffentlichkeit kommt oder nicht. Wer Fotos von anderen einfach so in Sozialen Netzwerken postet, macht sich strafbar und kann mit einer Anzeige rechnen.“

Mehr von RP ONLINE