1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Premiere – Quettinger Sebastianus-Schützen haben jetzt eine Hutkönigin

Erstes Fest nach der Pandemie-Pause : Premiere – Quettinger Schützen haben Hutkönigin

Monika Tietze ließt die männliche Konkurrenz im Wettbewerb um die Hutkönigswürde hinter sich. Bruderschaft braucht dringend Nachwuchs, um nicht „auszusterben“.

Gleich nachdem der Königsvogel gefallen war, gab es bei den Quettinger Sankt-Sebastianus-Schützen wegen des Krieges in der Ukraine nicht die traditionellen Böllerschüsse. Und auch auf den üblichen Aufstieg von Heißluftballonen musste die Bruderschaft wegen des Wetters verzichten. Aber sonst war alles wie früher beim dreitägigen Schützenfest. Schon am Freitag kamen zum Auftakt zahlreiche Vertreter von befreundeten Vereinen zum Schützenbürgerhaus, um dort die Schießwettbewerbe live mitzuerleben. „Das Brauchtum bringt endlich wieder die Menschen zusammen“, betonte Vereinssprecher Stefan Hebbel strahlend.

Und endlich hatte die Bruderschaft auch wieder einen neuen Schützenkönig. Andreas Zimpel erlegte das Holztier mit dem 370. Schuss und schoss sich zugleich zum ersten Schützenkönig seit 2018. Zuletzt hatte der 56-jährige Eisenbahner mit Gattin Ines als Hutkönig regiert und die Bruderschaft durch die Pandemie geführt.

Monika Tietze ist eine von wenigen weiblichen Vereinsmitgliedern. Beim Wettbewerb ließ die 58-jährige Schlebuscherin, die seit vier Jahren die offizielle Uniform tragen darf, ihre männlichen Konkurrenten hinter sich. Die Pflegefachkraft beim Landesverband Rheinland (LVR) benötigte 124 Schuss bis zum Sieg und trug sich zugleich als erste Hutkönigin in die Annalen des 1928 gegründeten Schützenvereins ein.

  • Andreas Heisters (Mitte) ist neuer König
    Beim Jubiläumschützenfest : Andreas Heisters neuer König der Blauen Husaren
  • Zum letzten Mal groß gefeiert wurde
    Helfermangel : Hitdorfer Schützenfest schrumpft auf drei Tage
  • Die neue Schützenkönigin in Lierenfeld: Beate
    Schützenfest in Düsseldorf : Lierenfeld feiert erste Schützenkönigin

Im Wettbewerb um den Paul Hebbel-Jubiläumspokal siegte der zweite Brudermeister Boris Weistroffer mit dem 151. Schuss. Der 55-jährige Malermeister aus Quettingen ist seit 41 Jahren Mitglied des christlichen dominierten Zusammenschlusses und glühender Anhänger von Bayer 04 Leverkusen. Fortgesetzt wurde das Fest am Samstag mit der Krönung in der evangelischen Quettinger Kirche. Der abendliche Krönungsball wurde im Vereinsheim gefeiert.

Dort begeisterte der Kölner Jörg Paul Weber speziell mit seinem Vortrag, bei dem er volkstümliche Krätzjer mit Jazz und Rock‘n‘Roll vermischte und dazu die „Flitsch“, die besondere Mandoline, spielte, die ihm Hans Süper als Geschenk überlassen hatte. Alleinunterhalter Andreas Conrad sorgte für die weitere musikalische Unterhaltung. Mit dem traditionellen Vereins-Vogelschießen klang das Fest am Sonntag aus.

Apropos Tradition: Der Verein braucht dringend Nachwuchs. Man hat zwar einiges versucht. Doch lediglich 20 aktive Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren gehören aktuell noch zur Quettinger Bruderschaft. Hebbel sprach Klartext: „Wenn sich nicht bald etwas ändert, besteht die realistische Gefahr, dass unsere Bruderschaft ausstirbt.“