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Leverkusen: Preise für Eigenheime gestiegen, Mieten blieben fast konstant

Leverkusen : Preise für Eigenheime gestiegen, Mieten blieben fast konstant

Immobilienmarkt 2016: Größte Preissteigerungen bei Reihenmittel- und Doppelhäusern, in guten Lagen um sieben Prozent.

Die Nachfrage nach Mietwohnungen und Wohneigentum ist in Leverkusen ungebrochen hoch. "Gleichzeitig sorgen viele Neubauprojekte für Entspannung, so dass die Wohnkosten weiterhin stiegen, aber nicht mehr so stark wie noch vor etwa drei Jahren", sagt Immobilienmaklerin Susanne Trösser. Sie ist Geschäftsführerin der Rheinischen Immobilienservice GmbH in Leverkusen.

Seinerzeit fielen die prozentualen Steigerungen teils zweistellig aus, in den zurückliegenden zwölf Monaten waren sie überwiegend moderat mit zwei Prozent. Höhere Steigerungen, um vier bis sieben Prozent, verbuchten lediglich gebrauchte Reihenhäuser und Dopppelhaushälften, so Trösser. Reihenhäuser in mittelguten Lagen erhöhten sich im Preis von 210.000 auf 220.000 Euro (fünf Prozent), an guten Standorten kletterten sie von 240.000 auf 250.000 Euro (vier Prozent) und an sehr guten von 280.000 auf 300.000 Euro (sieben Prozent). Ältere freistehende Einfamilienhäuser aus den 1960er bis 1970er Jahren kosten in mittelguten Lagen etwa 265.000 Euro und damit zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. In guten Wohnlagen erhöhten sich die Kosten um ein Prozent auf 365.000 Euro und in stark geschätzten Lagen um vier Prozent auf 470.000 Euro.

Für Eigentumswohnungen aus zweiter Hand müssen Erwerber in einfachen Lagen unverändert etwa 1.050 Euro pro Quadratmeter kalkulieren, in mittelguten 1.650 Euro (drei Prozent) und in sehr guten 2.550 Euro (zwei Prozent). In Spitzenlagen müssen bis zu 2.800 Euro eingerechnet werden. Im Neubauerstbezug schlagen Eigentumswohnungen an stark gefragten Standorten wie in Schlebusch oder Opladen mit 2.900 Euro und mehr zu Buche.

Stabil zeigten sich die Wohnungskaltmieten: In allen Segmenten stiegen sie lediglich moderat um zwei Prozent. In mittelguten Lagen müssen in Gebrauchtwohnungen etwa 5,80 Euro pro Quadratmeter eingerechnet werden, in guten 6,70 und in begehrten Lagen 8,70 Euro. "Die recht stabilen Mieten und Wohnungspreise sind vor allem dem erhöhten Neubau der zurückliegenden Jahre geschuldet", so Trösser, die zudem im Vorstand des Immobilienverbands IVD-West aktiv ist.

Viele kleinere Bauprojekte sowie größere Maßnahmen auf dem Gelände der "Neuen Bahnstadt Opladen" würden zur Entspannung beigetragen, so die Expertin. Laut Statistikbehörde IT.NRW kletterte 2015 die Zahl der Baugenehmigungen in der Chemiestadt gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent.

Auch aktuell seien viele Bauprojekte am Start. In Opladen wurde das ehemalige Finanzamt in Wohnungen umgewidmet. Ein ehemaliges Tankstellenareal wird mit einem Wohn- und Geschäftshaus mit etwa 30 Wohnungen bebaut. Zudem würden zentral in der "Neuen Mitte" Wohnungen errichtet. Trösser: "Ich glaube, dass es für diese Objekte Bedarf gibt und sich problemlos Käufer beziehungsweise Mieter finden. Letztlich profitieren wir von der Wohnungssituation in Düsseldorf und Köln. Menschen, die sich die dortigen Preise nicht leisten können oder wollen, suchen verstärkt in gut angebundenen Städten wie Leverkusen eine neue Bleibe."

(red)