Leverkusen: Präsident nimmt sein Schiffchen ab

Leverkusen: Präsident nimmt sein Schiffchen ab

Ausnahmen bestätigen die Regel - auch im Karneval. Denn Lothar Höveler, Präsident der Roten Funken, tat am Freitagabend, was eigentlich während der Sitzung nicht gerne gesehen wird und in den Statuten anders verbrieft ist: Er nahm sein Präsidentenschiffchen vom Haupt.

Der Grund: eine Spende des Senatsmitglieds Bernd-Peter Bertram von 1111 Euro. Unter dem Applaus des Publikums im Forum nahm Höveler bei der großen Sitzung seiner Karnevalsgesellschaft seine Präsidentenmütze ab und setzte sie Birgitt Bertram auf. Bernd-Peter Betram hatte gewettet, Hövelers Schiffchen bewege sich an dem Abend nicht von dessen Kopf.

Mit den Worten "Rote Funken Alaaf" aus der Roten-Funken-Hymne marschierte das Kindertanzkorps zur Eröffnung der Sitzung im Forum ein. Die Fünkchen, wie die Drei- bis Siebenjährigen des Kindertanzkorps genannt werden, heizten den Gästen zu dem bekannten Hit der Höhner: "Kumm loss mer danze" ein. Dabei tanzten die Kleinen unter dem Jubel des Publikums wie die Großen.

Auch die älteren Funken des Kindertanzkorps sorgten kräftig für gute Stimmung. Beim Sondertanz entführten die Pänz das Publikum in die Welt von World Disney. Vom "Dschungelbuch" über "Mary Poppins" bis zu Liedern des Films "Frozen" verzauberten die Sieben- bis 17-Jährigen die Jecken.

Doch Anna Bensdorfer und Alica Schulte tanzten zum letzten Mal mit, denn beim Kindertanzkorps dürfen Tänzer nur bis zum Alter von siebzehn Jahren mitmachen. Präsident Lothar Höveler verabschiedete die Mädchen mit einem Blumenstrauß.

An diesem Abend waren auch der Oberbürgermeister Uwe Richrath und ein Vertreter der Leverkusener Partnerstadt Ratibor (Polen) als Ehrengäste dabei. Für den polnischen Gast mag es die erste Sitzung dieser Art gewesen sein, andere haben jahrelang Erfahrung - so wie die Schwestern Marion und Petra. Zum dritten Mal waren sie mit ihrem Mädels-Stammtisch bei der großen Sitzung. "Es ist unser gemeinsames Hobby", erzählte Petra. Als "kölsche Mädchen" verkleidet schunkelten und sangen die Schwestern besonders bei den Räubern laut mit. Doch nicht nur die kölsche Band sorgte an diesem Abend für donnernden Applaus, auch viele andere Künstler wie die Band "Kuhl un de Gäng" und Redner Fritz Schopps (Rumpelstilzchen), die Literatin Anke Timm zu einem bunten Programm zusammengestellt hatte, konnten begeistern.

(RP)