Leverkusen: Polizisten sehen auch unterdrückte Telefonnummern

Leverkusen : Polizisten sehen auch unterdrückte Telefonnummern

Das einsame rote Telefon, das laut schrillt, wenn ein Notruf ankommt - ist wohl nur in älteren TV-Krimis noch ein Symbol für eine Polizeileitstelle. In Köln klingeln die Telefone für die Notrufnummer 110 nicht, der Anruf leuchtet am Computerbildschirm rot auf. Über das Headset oder den Hörer nehmen die Beamten das Gespräch an.

Mit Hilfe von vier Bildschirmen werden Anruf, Einsatz und Einsatzmittel (Streifenwagenteams etc.) koordiniert, eine Übersicht zeigt unter anderem an, in welchen Streifenwagenbereichen in Köln und Leverkusen welche Einsätze laufen, diese wiederum sind farblich priorisiert. Zudem gibt es etwa auch Direktschaltungen zu den Rathäusern Köln und Leverkusen und den Feuerwehren.

"Viele Leute waren sehr kritisch, als das Leverkusener und das Kölner Polizeipräsidium 2007 fusionierten. Fakt ist: In Leverkusen hatte man damals zunächst auch nur Zugriff auf Leverkusener Kräfte. Hier in Köln kann die Leitstelle auf alle verfügbaren Einsatzmittel zurückgreifen: Streifenwagen, Zivilstreife, Motorradkräfte, Hubschrauber und so weiter", betont Polizeisprecher André Faßbender.

Dafür müssen die Mitarbeiter der Leitstelle aber auch drei Bereiche im Auge behalten: "Linksrheinisch, rechtsrheinisch, Autobahnen", fasst Frank Schmitz zusammen. So ist auch die Leitstelle aufgeteilt: Drei Schreibtischinseln mit mehreren Arbeitsplätzen für die drei Bereiche gibt es. Frank Schmitz weist auf einen besonderen Vorzug am Arbeitsplatz hin: Die Tische lassen sich hoch- und runterfahren, "so dass Kollegen zwischendurch am Arbeitsplatz auch einmal stehen können."

Inseliges Verhalten gibt es nicht. "Gleich, an welcher Insel man sitzt: Jeder macht alles. Es kommt auf Teamarbeit an." Hektik herrscht in dem großen Raum nicht, eher Souveränität, die Plätze sind nicht persönlich eingerichtet, jeder sitzt mal an jedem Inselschreibtisch. Die Gesprächslautstärke ist ruhig, muss sie auch, selbst wenn der Anrufer noch so brüllen sollte.

Apropos: Jedes Gespräch, das über die 110 reinkommt, wird aufgezeichnet. "Und bei jedem Anruf sehen wir die Nummer des Anrufers, auch, wenn er sie bewusst ausgeschaltet hat", ergänzt Hauptkommissar Schmitz. Er sagt auch: "Die Leute sollten nicht zögern, die 110 zu wählen, aber sie sollen den Notruf nicht missbrauchen, etwa um mitzuteilen, dass der Kabelanschluss nicht funktioniert. Damit blockieren sie die Leitung für wirkliche Notrufe."

Und: "Der Missbrauch der Notrufnummer ist strafrechtlich verfolgbar."

(LH)
Mehr von RP ONLINE