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Polizist (30) in Leverkusen wegen sexueller Belästigung verurteilt

Amtsgericht : Polizist (30) wegen sexueller Belästigung verurteilt

Polizisten stehen im Dienst unter genauer Beobachtung. Doch auch privat sollten sie mehr noch als andere Vorbilder sein. Ein 30 Jahre alter Beamter leistete sich nun einen schweren Fehltritt, der ihn bis vor das Amtsgericht Leverkusen führte. Ihm wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Laut Anklage hat er am 11. August 2019 gegen ein Uhr in der Opladener Kultkneipe Zwieback eine Frau belästigt. Dabei hatte er sich der Geschädigten und ihrer Freundin von hinten genähert und war ihr mit seiner Zunge über den Hals und den Oberarm gefahren. Als die Frau sich empörte, erwiderte der Mann, er dürfe das, schließlich sei er Polizeibeamter. Daraufhin präsentierte er der Frau seinen Dienstausweis.

Vor Gericht zeigte der Angeklagte Einsicht. Doch wisse er nicht mehr viel von dem Abend. „Ich kann mich aufgrund von hohen Alkoholkonsum nicht mehr an die Tat erinnern“, sagte er entschuldigend. Allerdings wusste er immerhin noch, dass er an jenem Tag in der beschriebenen Kneipe war. Zudem habe er sich die polizeiliche Akte angesehen und sei zu der Überzeugung gelangt, die Tat wie in der Anklage beschrieben begangen zu haben.

„Ich kann mich dafür nur entschuldigen“, sagte der 30-Jährige. Die Verteidigung führte an, ihr Mandant habe seither dem Alkohol abgeschworen. Auch hatte der Beamte seinem Opfer, das ihn laut Anzeige als „strunzenvoll“ beschrieben hatte, ein Entschuldigungsschreiben zukommen lassen.

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Die Frau hätte den Mann, so geht  aus der Gerichtsakte hervor, gar nicht angezeigt, hätte es sich bei dem Beschuldigten nicht um einen Polizisten gehandelt. Erst als sie ihn am nächsten Tag auf der Opladener Bierbörse wiedergesehen und erkannt hatte, wendete sie sich an eine der auf dem Fest patrouillierenden Streifen.

Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe in Höhe von 2550 Euro, die Verteidigung stimmte diesem Plädoyer zu – und ergänzte: „Ihm darf das als Polizeibeamten nicht passieren.“ Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verhängte die geforderte Geldbuße.