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Polizei sucht vermissten Leichlinger in Leverkusen

Suche ausgeweitet : Bachbett nach Vermisstem abgesucht

Seit einer Woche ist der Leichlinger Erwin Jacobs (92) verschwunden. Polizei weitet die Suche auf Leverkusen aus. 

„So langsam gehen uns die Ideen aus“, sagt Axel Ufer und legt die Stirn in Falten, der Frust ist ihm anzusehen. Mit seinem Kripo-Kollegen Björn Goecke und vielen weitere Mitstreitern ist er seit einer Woche unentwegt im Einsatz. Ufer ist Kriminalhauptkommissar bei der Vermisstenfahndung. Mit tatkräftiger Unterstützung der Leverkusener Feuerwehr nahmen die beiden Kripomänner am Montag einen erneuten Anlauf und weiteten die Suche nach dem vermissten Erwin Jacobs aus Leichlingen erstmals gezielt auf Leverkusener Stadtgebiet aus.

Foto: Polizei RBK

Die Idee: Wenn der 92-jährige in die Wupper gefallen ist, dann könnte sein Körper durchaus über eine längere Stecke getrieben, dann aber aufgehalten worden sein. Auch der Rollator, den er mit sich führte, muss wegen seines geringen Gewichts nicht sofort untergegangen sein.  Die Stelle, an der das passiert sein könnte, hatten die Suchmannschaften exakt lokalisiert: der Mühlengraben in Opladen, in einem Waldstück wenige Schritte vom Tierheim an der Reuschenberger Straße entfernt.

Dort suchten zwei mit wasserdichten hohen Gummihosen und langen Stangen ausgerüstete Feuerwehrmänner das Bachbett des Grabens ab, der vom Lauf der Wupper abzweigt. Den genau an dieser Abzweigung verengt sich der Flusslauf der Wupper durch Mauerwerke und Ablagerungen so sehr, dass ein erwachsener Mann und womöglich ein Rollator nicht hindurch passen würde. Bei dem Einsatz hatte den Suchkräften eine Sperranlage geholfen, die vor der Begehung etwas geschlossen wurde, um so den Wasserpegel im Bachbett zu senken.

Die rund zweistündige Suche am Mühlengraben blieb ergebnislos. Von Erwin Jacobs aus dem Leichlinger Altenzentrum Hasensprung fehlt weiter jede Spur. Dabei war der bisherige Aufwand, ihn zu finden, beträchtlich. Am vergangenen Dienstag gegen 12 Uhr war der Mann in Leichlingen zuletzt gesehen worden. Danach durchkämmten starke Polizeikräfte mit Unterstützung von Hundestaffeln, Hubschraubern und unter Einsatz von Wärmebildkameras das weite Umfeld. In der Spitze waren bis zu 500 Helfer im Einsatz. Die Spürhunde schlugen an, doch endete die Spur des Vemissten an der Wupper.

Auch Angehörige, Freunde und viele hilfsbereite Leichlinger beteiligten sich an der Aktion. In Sozialen Netzwerken dokumentierten sie die Bereiche, die abgesucht wurden, und tauschten sich aus. Der See am Hasensprung wurde mit Boot und Tauchern abgesucht. Doch alle Bemühungen blieben bisher ergebnislos. Zuletzt hatten Polizeieinheiten das Bachtal in Roderbirken weiträumig durchkämmt.

„Wir blieben weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Hauptkommissar Goecke. Solche Hinweise hatte die Kripo bereits erhalten und akribisch ausgewertet. Demnach hatte Jacobs, der an Demenz erkrankt ist, das Altenzentrum am Hasensprung um 9.30 Uhr verlassen. um 11.16 Uhr steigt er am Busbahnhof in Leichlingen in die Linie 250 in Richtung Solingen. Dort verlässt  er an der Haltestelle „Hasenmühle“ den Bus - offenbar eine Verwechslung, denn das Altenzentrum, in dem der 92-Jährige wohnt, heißt Hasensprung.  Drei Minuten später sitzt Jacobs in einem Bus, der in Gegenrichtung zurück zum Leichlinger Busbahnhof fährt. Auch haben Spürhunde seine Fährte bis in zwei Geschäfte in der Leichlinger Innenstadt verfolgt, die er an dem Vormittag offenbar aufgesucht hatte.

Um 12 Uhr verliert sich die Spur des 92-Jährigen  am Wupperufer im Brückerfeld.