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Leverkusen: Polizei schließt Brandstiftung nicht aus

Leverkusen : Polizei schließt Brandstiftung nicht aus

Nach dem schweren Brand in der Nacht zu Montag ist die Ursache weiterhin unklar. Brandstiftung schließt die Polizei allerdings nicht aus. Am heutigen Dienstag wird einer der Feuerwehrleute, die derzeit im Krankenhaus behandelt werden, entlassen. Nach Informationen unserer Redaktion gab es Streit zwischen Mieter und Vermietern.

Drei weitere Feuerwehrleute müssen demnach noch im Krankenhaus bleiben. "Sie werden teilweise intensiv-medizinisch betreut", sagte Feuerwehrchef Hermann Greven.

Mitarbeiter von Kriminalpolizei und Landeskriminalamt untersuchten am Montag die Brandstelle. Derzeit läuft die Spurenauswertung, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Ermittlung der Brandursache werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Polizei ermittelt auch wegen Brandstiftung.

Nach Informationen unserer Redaktion soll es zwischen dem Mieter der Schneiderei, der auch im Haus gewohnt hat, und den Vermietern schon seit längerer Zeit Querelen gegeben haben. Es ging offenbar um die Mietzahlung und die Heizung in der Nähstube. Der Mieter soll durch einen Gerichtsbeschluss verpflichtet gewesen sein, zum 31. Dezember 2014 auszuziehen und die Schlüssel abzugeben. Dem kam er offenbar nicht nach.

Wie mit dem Gebäude weiter verfahren wird, soll sich in den kommenden Tagen klären. "Derzeit ist das Gebäude noch von der Polizei beschlagnahmt", berichtet Architekt Wolfgang Buntenbach, der mit der Abwicklung betraut wurde. Am Mittwoch wolle man sich mit dem Sachversicherer treffen und am Donnerstag die weitere Vorgehensweise erörtern. Statiker und Gerüstbauer müssten hinzugezogen werden. "Es wird eine sportliche Aufgabe, soweit zu sein, dass die Straße am Freitag freigegeben werden kann", sagte Buntenbach.

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Eine Stadtsprecherin sagte, dass der Straßenabschnitt zumindest am Dienstag noch gesperrt bleibe. Fußgänger könnten aber mittlerweile wieder den Gehweg auf der gegenüberliegenden Seite der Brandstelle benutzen. Wann die Sperrung des Straßenabschnitts aufgehoben wird, hängt von den Ergebnissen der Begutachtung ab. "Die Polizei wird das Gebäude am Mittwoch noch einmal in Augenschein nehmen", teilte die Stadtsprecherin mit.

Bei dem Brand im Brautmodengeschäft mit Näherei entstand großer Sachschaden. Glück hatten die Neustadtfunken Opladen, wie sich jetzt herausstellte. Die Karnevalsgesellschaft hatte in dem Geschäft elf Uniformen zur Reinigung abgegeben. Zunächst war unklar, ob die Uniformen, die pro Stück rund 500 bis 600 Euro wert sind, beim Brand zerstört wurden. Wie am Dienstag bekannt wurde, waren die Kleidungsstücke jedoch an eine Reinigung in Köln weitergegeben worden. Deren Rücklieferung wurde am Montag wegen des Feuers verhindert.

Derweil hat der Deutsche Familienverband Leverkusen zu Spenden aufgerufen. Damit sollen die Angehörigen der drei Leverkusener Wehrmänner, die beim Einsatz schwer verletzt wurden, unterstützt werden. Nach mehreren Nachfragen zu dem Aufruf erklärte der Verband am Nachmittag, man wolle keine Unterschiede zwischen den Verletzten machen, von denen es mehrere gab.

Der Aufruf beziehe sich deshalb auf die Familien der Männer schwersten Hautverbrennungen, weil "bei solchen Verletzungen eine Rückkehr ins normale Berufs- bzw. Privatleben schwierig bis unmöglich" sei. Weiter heißt es: "Wir wissen, dass diese "Berufsrisiken" nach Maßgabe der herrschenden Gesetze durch den jeweiligen Dienstherrn abgedeckt sind. Jedoch wissen wir auch, dass in solchen Fällen die psychologischen Hilfen sowie weitere Unterstützung für die Angehörigen der akut betroffenen Hilfskräfte "sehr zu wünschen übrig lässt"." Es gebe oft lange Wartezeiten für eine professionelle Betreuung zur Verarbeitung solcher Ereignisse.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Acht verletzte Feuerwehrleute bei Brand in Leverkusen